Oppie schießt St. Pauli ins DFB-Pokal-Viertelfinale: Kiezkicker setzen Ausrufezeichen gegen Gladbach

DFB-Pokal

Der FC St. Pauli hat im DFB-Pokal ein lange ersehntes Erfolgserlebnis gefeiert. Die Hamburger, die in der Bundesliga seit Wochen gegen eine tiefgreifende Krise ankämpfen, bezwangen Borussia Mönchengladbach im Borussia-Park mit 2:1 und zogen damit erstmals seit Jahren wieder ins Viertelfinale ein. Matchwinner der engen und bis in die Schlussphase offenen Achtelfinalpartie war Louis Oppie, der kurz vor dem Ende den Siegtreffer erzielte.

Eine Partie mit Vorsicht und wenig Risiko

Schon im Vorfeld war klar, dass beide Teams mit unterschiedlichen Vorzeichen in dieses Duell gingen. Gladbach, zu Hause meist stabiler als auswärts, kämpft weiterhin um Konstanz, während St. Pauli nach neun Bundesliga-Niederlagen in Serie dringend ein Erfolgserlebnis benötigte. Entsprechend vorsichtig tasteten sich beide Seiten zu Beginn ab. Die Anfangsphase war geprägt von kontrolliertem Mittelfeldspiel, langen Ballstafetten und einem beiderseitigen Bemühen, große Fehler zu vermeiden.

Gladbachs Trainer Eugen Polanski musste seine Startelf kurzfristig umbauen: Florian Neuhaus fiel mit muskulären Problemen aus, Timmy Thiede Castrop meldete sich krank. Zudem rotierten Luca Netz und Rocco Reitz zunächst auf die Bank. Dafür rückten Noah Ullrich, Peter Stöger, Giovanni Reyna und Shuto Machino in die Anfangsformation.

Auch St. Pauli stellte um. Trainer Alexander Blessin musste auf Mittelstürmer Hountondji verzichten und brachte Kaars sowie Oppie neu ins Team – ein Wechsel, der später entscheidend werden sollte.

Gladbach drückt – St. Pauli trifft

Die ersten gefährlichen Aktionen gehörten dennoch den Hausherren. Stöger prüfte Pauli-Keeper Vasilj mit einem Distanzschuss, kurz darauf kam Machino gleich zweimal per Kopf zum Abschluss. Die Gladbacher hatten in dieser Phase mehr Spielanteile, doch die Präzision fehlte. St. Pauli verteidigte tief, wechselte kompakt und wartete geduldig auf Umschaltgelegenheiten.

Vor dem Tor der Borussia blieb die Blessin-Elf lange harmlos. Erst Kaars tauchte zweimal verheißungsvoll auf, doch noch ohne Erfolg. Kurz vor der Pause dann ein unerwarteter Moment: Nach einem schnellen Angriff spielte Fujita einen perfekten Steckpass in den Lauf von Kaars. Der Angreifer blieb trotz fehlenden Drucks der Gladbacher Abwehr cool und erzielte sein erstes Pflichtspieltor überhaupt für die Kiezkicker. Aus dem Nichts stand es 1:0 – und St. Pauli nahm den knappen Vorsprung mit in die Kabine.

Tabakovic bringt Gladbach zurück ins Spiel

Nach dem Seitenwechsel zeigte Gladbach sofort, dass es die Partie wieder in die eigenen Bahnen lenken wollte. Der Druck nahm zu, die Angriffe wurden zielstrebiger. In der 56. Minute fiel dann folgerichtig der Ausgleich: Honorat flankte präzise in den Strafraum, wo Tabakovic entschlossen hochstieg und den Ball per Kopf unhaltbar im Netz platzierte.

Der Treffer wirkte wie ein Neustart für beide Teams. Das Spiel blieb offen, auch wenn große Chancen selten waren. St. Pauli hielt mutig dagegen und setzte immer wieder Nadelstiche. Oppie näherte sich in der 63. Minute per Linksschuss bereits an, verfehlte aber noch das Tor.

Oppie entscheidet eine umkämpfte Schlussphase

Als viele Zuschauer sich gedanklich schon auf eine mögliche Verlängerung einstellten, schlug St. Pauli in der 83. Minute ein zweites Mal zu. Kaars setzte sich auf der linken Seite durch und legte in die Mitte. Oppie nahm den Ball an, zog nach innen und schloss mit rechts ab. Sein Schuss aufs kurze Eck kam überraschend und fand den Weg an Gladbachs Torwart Nicolas vorbei – 2:1 für St. Pauli.

In der Schlussphase warfen die Gladbacher noch einmal alles nach vorne. Reitz hatte in der Nachspielzeit den Ausgleich auf dem Fuß, doch Vasilj parierte stark. Kurz darauf war Schluss, und St. Paulis Jubel kannte keine Grenzen. Nach wochenlanger Enttäuschung in der Liga gelang dem Team ein dringend benötigtes Erfolgserlebnis – und das ausgerechnet auswärts bei einem Bundesliga-Konkurrenten, der St. Pauli im Ligahinspiel noch mit 4:0 deklassiert hatte.

Fazit

St. Pauli findet im Pokal neuen Mut und zeigt, dass die Mannschaft trotz Krise Widerstandskraft besitzt. Gladbach hingegen verpasst die Chance, im Pokal eine ansonsten durchwachsene Saison aufzuhellen. Für die Kiezkicker geht es nun im Viertelfinale weiter – mit frischem Selbstvertrauen und einem Helden namens Louis Oppie.

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