Bönen, 14. Februar 2026 – Der Textildiscounter KiK baut sein Filialnetz um. Rund 50 Märkte sollen im ersten Quartal 2026 europaweit geschlossen werden – etwa die Hälfte davon in Deutschland. Gleichzeitig stehen laut Branchenkreisen weitere hunderte Standorte wirtschaftlich unter Druck. Das Unternehmen spricht von einer strategischen Neuausrichtung mit dem Ziel, Kosten zu senken und die Profitabilität zu stärken.
50 Filialschließungen im ersten Quartal 2026
Nach Unternehmensangaben betreibt KiK derzeit knapp 4.300 Filialen in Europa. Im Zuge der Restrukturierung sollen etwa 50 Standorte geschlossen werden. Besonders betroffen ist der deutsche Markt, der als Heimatmarkt gilt.
Offiziell begründet das Unternehmen den Schritt mit einer Überprüfung der Wirtschaftlichkeit einzelner Märkte. Man passe das Filialnetz regelmäßig an, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.
Bis zu 400 Standorte europaweit unter Beobachtung
Mit der ersten Schließungsrunde dürfte es nicht getan sein. Brancheninsider berichten, dass europaweit rund 400 Filialen wirtschaftlich schwächeln. Etwa 170 davon sollen sich in Deutschland befinden.
KiK selbst bestätigt diese Zahlen nicht. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Planungen zur weiteren Ausgestaltung des Filialnetzes noch nicht abgeschlossen seien.
Öffnungszeiten werden angepasst
Neben Filialschließungen setzt KiK offenbar auf kürzere Öffnungszeiten. Mitarbeitende berichten, dass einzelne Märkte morgens später öffnen oder abends früher schließen. Ziel sei es, Personal- und Betriebskosten zu senken, wenn die Umsätze bestimmte Schwellen nicht erreichen.
Auch außerhalb Deutschlands, etwa in Spanien und Portugal, prüft das Management Anpassungen der Öffnungszeiten. Das Unternehmen bestätigt, dass es in Teilen des Netzes „veränderte Öffnungszeiten“ gebe, um wirtschaftlich sinnvoll zu handeln.
Umsatz stabil – Ergebnis unter Druck
Ein Blick auf die Geschäftszahlen zeigt ein gemischtes Bild. Für das Jahr 2023 meldete der Mutterkonzern Tengelmann-Gruppe für KiK einen Umsatz von rund 2,428 Milliarden Euro.
Für 2025 wird laut Unternehmensangaben ein leichter Anstieg auf etwa 2,430 Milliarden Euro erwartet. Konkrete Gewinnzahlen veröffentlicht KiK nicht. Branchenbeobachter gehen jedoch davon aus, dass der Margendruck im Discount-Segment deutlich zugenommen hat – unter anderem durch steigende Energie-, Personal- und Logistikkosten.
Das Jahr 2025 sei laut Unternehmenskreisen ein „Jahr der Bereinigung“ gewesen. Ziel sei es gewesen, unrentable Strukturen zu identifizieren und das Filialnetz effizienter aufzustellen.
Was bedeutet das für Kund:innen?
Für Kund:innen könnten die Veränderungen spürbar sein:
- Wegfall einzelner Standorte
- Kürzere Öffnungszeiten
- Mögliche Sortimentsanpassungen
Gerade in kleineren Städten könnte die Schließung einer Filiale die Nahversorgung im Bereich günstiger Textilien und Non-Food-Artikel beeinflussen.
Was passiert mit den Mitarbeitenden?
Offizielle Angaben zur Zahl der betroffenen Beschäftigten liegen derzeit nicht vor. Bei Filialschließungen im Einzelhandel wird in der Regel geprüft, ob Mitarbeitende in andere Standorte versetzt werden können.
Ob dies in allen Fällen möglich ist, hängt von regionalen Strukturen und der wirtschaftlichen Situation ab.
Harter Wettbewerb im Discount-Markt
Der Textil- und Non-Food-Discount ist stark umkämpft. Steigende Kosten, verändertes Konsumverhalten und zunehmender Online-Handel setzen stationäre Händler zusätzlich unter Druck.
Kund:innen vergleichen Preise heute intensiver als je zuvor. Gleichzeitig erwarten sie moderne Filialkonzepte und attraktive Sortimente. Unternehmen wie KiK stehen daher vor der Herausforderung, Kosten zu senken, ohne an Attraktivität zu verlieren.
Strategischer Umbau statt kompletter Rückzug
Trotz der angekündigten Schließungen betont KiK, dass es sich nicht um einen generellen Rückzug aus Märkten handelt. Vielmehr gehe es um eine gezielte Optimierung des Filialnetzes.
Das Ziel: unrentable Standorte schließen, rentable Märkte stärken und durch effizientere Prozesse langfristig wettbewerbsfähig bleiben.
Fazit: Ein Umbau mit Signalwirkung
Die geplanten Filialschließungen und verkürzten Öffnungszeiten zeigen, wie groß der Druck im Einzelhandel geworden ist. KiK reagiert mit einem Sparkurs, der kurzfristig Einschnitte bedeutet, langfristig aber Stabilität bringen soll.
