Die frühere Schauspielerin Christine Zierl denkt über einen radikalen Lebenswandel nach. Die heute 63‑Jährige, die einst unter dem Künstlernamen Dolly Dollar durch Rollen in Filmen wie „Eis am Stiel“ bekannt wurde, könnte Deutschland schon bald den Rücken kehren und nach China auswandern.
Zierl arbeitet derzeit als Bankangestellte in München und ist Mutter von drei Söhnen. In einem Interview mit der Zeitschrift Die Aktuelle verriet sie, dass sie sich vorstellen könne, nach Shenzhen zu ziehen, wenn sie in den Ruhestand geht – das soll bereits in knapp drei Jahren der Fall sein.
Sohn lebt seit 17 Jahren in Shenzhen
Der wichtigste Grund für die Überlegungen ist Familie: Ihr ältester Sohn Alessio lebt seit 17 Jahren in der südchinesischen Metropole Shenzhen und betreibt dort zwei Restaurants. Für Zierl wäre es eine Möglichkeit, näher bei ihrem Sohn und ihrer Enkelin zu sein.
„Wenn ich in Rente gehe, kann ich mir das super vorstellen“, sagte Zierl in dem Interview. Sie lobte die Stadt als „hochinnovativ, modern und wahnsinnig grün“ und erklärte, dass Alltagsleben und Annehmlichkeiten wie Brezn oder Weißwürste dort schon verfügbar seien – einzig ein gescheites Bier würde ihr fehlen.
Mit knapp 18 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern ist Shenzhen deutlich größer als München, doch Zierl sieht darin keinen Nachteil: „Man bewegt sich dort ja auch hauptsächlich in seinem Viertel“, sagte sie und verglich das Leben dort mit dem Münchner Stadtteil Schwabing mit seinen vertrauten Nachbarschaftsstrukturen.
Von Dolly Dollar zur Bankangestellten
Christine Zierl startete ihre Karriere in den 1970er und 1980er Jahren unter dem Namen Dolly Dollar. Mit Rollen in Komödien wie Eis am Stiel wurde sie einem breiten Publikum bekannt. Später wechselte sie komplett in ein anderes Lebens‑ und Berufsumfeld: Zierl arbeitet heute als Bankangestellte in München und steht gelegentlich auch als Model vor der Kamera oder übernimmt kleinere Schauspiel‑ und Engagements.
Die Zeit nach ihrem TV‑Status beschreibt sie als eine Phase, in der sie „zu sich selbst gefunden“ habe und mit beiden Beinen fest im Leben stehe – abseits des damaligen Superstar‑Images.
Familienleben und Patchwork‑Strukturen
Mit einer Patchworkfamilie, in der jeder einzelne Teil unterschiedliche Wege gegangen ist, hat Zierl einen engen Familienzusammenhalt entwickelt. Während der älteste Sohn in Shenzhen lebt, wohnen ihre beiden anderen Söhne in Norddeutschland. Das bedeutet, dass sie bei einer möglichen Auswanderung zwar näher zu Alessio käme, aber größere Distanzen zu den anderen Familienmitgliedern in Kauf nehmen müsste.
Zierl betonte jedoch, dass die Familie ohnehin viel unterwegs sei und sich regelmäßig gegenseitig besuche – ein Punkt, der die Entscheidung für einen Umzug erleichtern könnte.
Leben in Shenzhen: Chancen und Herausforderungen
Shenzhen gilt als eine der modernsten und am schnellsten wachsenden Metropolen Chinas. Die Stadt, die direkt bei Hongkong liegt, ist ein Zentrum für Technologie, Innovation und Urbanisierung. Dieses Umfeld spricht Zierl an, nicht nur wegen des Familienbezugs, sondern auch wegen der vielfältigen Lebensqualität.
Eine Herausforderung könnte jedoch die Sprachbarriere sein. Zierl selbst sagt, sie könne bislang „nur das Allernotwendigste“ auf Chinesisch – eine Fähigkeit, die sie bei einem Umzug wohl weiter ausbauen müsste.
Trotzdem zeigt sie sich gelassen: Für sie sei wichtig, dass sie sich in ihrem Viertel schnell zurechtfinde – und das, so Zierl, funktioniere auch in einer Millionenstadt ähnlich wie in München.
Ruhestand und neue Lebensphase
Zierls Plan, nach 40 Berufsjahren in der Bank und mehreren Lebensstationen im Showgeschäft, nach China zu ziehen, ist eine Mischung aus persönlichem Glück und familiärer Nähe. Der Gedanke an ein Leben in Shenzhen löst bei ihr keine Angst, sondern eher Vorfreude aus – trotz der Herausforderungen, die ein Umzug mit sich bringen kann.
Ob sie ihren Ruhestand tatsächlich komplett in China verbringen wird, hängt vermutlich davon ab, wie sich ihr Leben und ihre familiären Beziehungen in den nächsten drei Jahren entwickeln. Klar ist jedoch: Christine Zierl denkt nicht daran, stillzustehen – weder beruflich noch privat.
Fazit
Christine Zierl, einst eine gefeierte Schauspielerin der 80er Jahre, plant eine neue Lebensphase, die sie mit Familie in einem der dynamischsten Zentren Asiens verbinden würde. Ihre Überlegungen zur Auswanderung zeigen, wie eng persönliches Glück und familiäre Bindungen miteinander verknüpft sein können – auch wenn das bedeutet, ein vertrautes Leben in Deutschland hinter sich zu lassen.
