Bormio/Livigno – Franjo von Allmen (24) feiert bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Bormio seinen zweiten Goldmoment in nur zwei Tagen. Nach seinem Sieg in der Spezialabfahrt konnte der Schweizer Skirennfahrer nun auch gemeinsam mit Tanguy Nef (29) in der erstmals ausgetragenen Team-Kombination aus Abfahrt und Slalom triumphieren.
Die Team-Kombination, die ihr Debüt bei den Winterspielen nach der Einführung bei der Alpinen Ski-WM 2025 in Saalbach feierte, stellte die Athleten vor eine neue Herausforderung: Geschwindigkeit in der Abfahrt kombiniert mit Präzision im Slalom. Von Allmen und Nef meisterten diese Hürde mit Bravour.
Silber geht an zwei Duos
Den Silberrang teilen sich gleich zwei Teams, die zeitgleich (+0,99 Sekunden) ins Ziel kamen: das österreichische Duo Vincent Kriechmayr (34) und Manuel Feller (33) sowie das Schweizer Duo Marco Odermatt (28) und Loïc Meillard (29). Die Bronzeplätze blieben ebenfalls hart umkämpft, wobei die Konkurrenz den Goldgewinnern letztlich den Vortritt lassen musste.
Traumhafte Slalom-Leistung von Nef
Nach der Abfahrt lag von Allmen zunächst nur auf Rang vier, doch sein Teamkollege Tanguy Nef legte im Slalom eine beeindruckende Bestzeit hin. Mit dieser starken Leistung sicherten sich die beiden den Gesamtsieg und ließen die Konkurrenz hinter sich. Selbst Weltmeister Meillard, Daniel Yule (32) und Alex Vinatzer (26) konnten diese Zeit nicht unterbieten.
Deutsche Mannschaft verpasst Medaille knapp
Das deutsche Duo Simon Jocher (29) und Linus Straßer (33) konnte trotz guter Leistungen im Slalom keine Medaille erreichen. Nach der Abfahrt auf Platz elf liegend, verpasste Straßer die entscheidenden Hundertstelsekunden für den Sprung aufs Podest. „Ich bin gut reingekommen. Dann kam der Knick, und Fehler darfst du dir da nicht erlauben“, kommentierte Straßer seinen Lauf im ARD-Interview.
Jocher zeigte ebenfalls eine starke Abfahrt und konnte sich im Vergleich zur Spezialabfahrt deutlich verbessern. „Es war sehr anspruchsvoll, besonders wegen der frühen Startzeit und der Schatten, die den Kurs beeinflussten. Klassisches Bormio – man sieht die Schläge nicht, und die Ski hauen einem um die Ohren“, erklärte der Speed-Spezialist.
Franjo von Allmen setzt Siegesserie fort
Mit diesem Triumph unterstreicht Franjo von Allmen seine dominierende Form bei den Olympischen Spielen. Zwei Goldmedaillen innerhalb weniger Tage zeigen, dass der Schweizer sowohl in der Abfahrt als auch in der Team-Kombination ein herausragender Athlet ist. Die neue Team-Kombination könnte künftig ein Highlight der alpinen Skiwettbewerbe werden, da sie Teamgeist und individuelle Leistung gleichermaßen verlangt.
Fazit
Die Premiere der Team-Kombination in Bormio bot spektakulären Sport und dramatische Momente. Franjo von Allmen und Tanguy Nef demonstrierten, dass Präzision, Teamwork und Nervenstärke die Basis für olympischen Erfolg sind. Während die Schweizer jubeln, wird Deutschland mit knappen Sekunden Rückstand auf Rang zehn seine Lehren ziehen und sich auf die kommenden Wettbewerbe vorbereiten.
