Freundschaft zerbrochen: Norwegischer Skispringer Marius Lindvik kritisiert Olympiasieger Philipp Raimund

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Predazzo, Italien – Bei den Olympischen Winterspielen 2026 feierte Norwegens Skisprung-Team am Dienstag Silber im Mixed-Team-Wettbewerb. Doch hinter den sportlichen Erfolgen steht ein offener Konflikt zwischen dem norwegischen Skispringer Marius Lindvik und dem deutschen Olympiasieger Philipp Raimund.

Bis vor Kurzem galten die beiden Sportler noch als Freunde, doch ein Manipulationsskandal bei den Skandinaviern im vergangenen Jahr belastete die Beziehung nachhaltig. Lindvik, der gemeinsam mit dem norwegischen Teamkollegen Johann André Forfang von der Großschanze disqualifiziert wurde, erhebt nun Vorwürfe gegen Raimund.

„Nach letzter Saison hat er seinen Mund in den Medien ein bisschen zu weit aufgemacht“, sagte Lindvik nach dem Gewinn der Silbermedaille. Diese Aussagen hätten ihn dazu gebracht, die Freundschaft zu beenden. „Es ist auf jeden Fall traurig“, so der Norweger weiter.

Raimund fühlt sich betrogen

Philipp Raimund, der tags zuvor auf der Normalschanze Gold gewonnen hatte, äußerte seine Enttäuschung über das Verhalten der norwegischen Athleten: „Es hat sich nach der Situation in Trondheim wie ein Betrug angefühlt, wie ins Gesicht gespuckt.“ Er vermisse eine Entschuldigung von Lindvik oder seinen Teamkollegen.

„Für mich persönlich wäre es einfach gewesen, zu vergeben, wenn jemand zu mir gekommen wäre und gesagt hätte: ‚Es tut uns sehr leid‘“, erklärte Raimund. Er bedauert, dass dies nie geschehen ist, gerade weil eine persönliche Freundschaft bestand.

Hintergrund: Manipulationsskandal in Trondheim

Bei den Weltmeisterschaften im norwegischen Trondheim waren Lindvik und Forfang wegen manipulierter Sprunganzüge disqualifiziert worden. Zuvor hatte Lindvik auf der Normalschanze Gold gewonnen, während Raimunds deutscher Mannschaftskollege Andreas Wellinger auf Platz zwei landete.

Die Disqualifikation sorgte nicht nur für sportliche Konsequenzen, sondern auch für Spannungen zwischen den Athleten. Besonders die öffentliche Äußerung von Raimund, in der er die Ereignisse kritisch kommentierte, gilt als Auslöser der zerbrochenen Freundschaft.

Emotionale Reaktion nach dem Mixed-Team-Wettbewerb

Am Dienstagabend erreichte Raimund mit dem deutschen Team im Mixed-Team-Wettbewerb nur den vierten Platz, knapp hinter dem Podium. Trotz der Enttäuschung zeigte sich der Olympiasieger gefasst: „Ich muss meine Nachwehen wegspülen“, scherzte er über das eine oder andere Bier nach dem Wettbewerb.

Lindvik und das norwegische Team hingegen feierten ihre Silbermedaille ausgelassen. Neben Marius Lindvik standen auch Eirin Maria Kvandal, Anna Odine Strøm und Kristoffer Eriksen Sundal auf dem Podium.

Fazit: Freundschaft im Skisprung unter Druck

Der Vorfall verdeutlicht, wie sportliche Ereignisse über den Wettbewerb hinaus persönliche Beziehungen belasten können. Die Manipulationsvorwürfe und die unterschiedlichen Sichtweisen auf die Ereignisse führten zu einer Zerreißprobe zwischen Lindvik und Raimund.