Epstein‑Files‑Enthüllung: Wer ist die Belarusin, die im Testament des Milliardärs stand?

karyna shuliak

Am 30. Januar 2026 hat das US‑Justizministerium rund 3,5 Millionen Seiten an Dokumenten im Rahmen des Epstein Files Transparency Act veröffentlicht – einer neuen US‑Bundesgesetzgebung zur vollständigen Offenlegung der Akten rund um den verstorbenen verurteilten Straftäter Jeffrey Epstein. Unter den Akten sind überraschende Details über eine 36‑jährige Frau aus Belarus, die im Testament Epsteins eine zentrale Rolle spielt.

Neue Daten aus dem „1953 Trust“: Wer ist Karyna Shuliak?

Im sogenannten „1953 Trust“, einem Dokument, das Epstein zwei Tage vor seinem Tod im August 2019 unterschrieb, wurde Karyna Shuliak, eine gebürtige Belarussin, als eine der wichtigsten Begünstigten genannt. Laut den veröffentlichten Dateien sollte sie einen größten Anteil seines Vermögens erhalten, darunter hohe Geldsummen und Immobilien.

Shuliak, 36 Jahre alt, lebt derzeit in New York und ist als Zahnärztin ausgebildet. Epstein unterstützte Berichten zufolge ihre Ausbildung in den USA, nachdem sie ursprünglich aus Minsk kam und später auch ein Studium am Teachers College der Columbia University absolvierte.

Epsteins letzte Pläne: ein grosszügiges Testament

Dem Trust zufolge sollte Shuliak insgesamt rund 100 Millionen Dollar erhalten, darunter eine persönliche Annuity über etwa 50 Millionen Dollar sowie Immobilien — darunter Epstein‑besitzte Häuser und möglicherweise sogar Anteilstitel an Immobilien im US‑Virgin‑Islands‑Komplex. Auch persönliche Wertgegenstände wie ein hochwertiger Diamantring waren ihr laut Dokument zugedacht.

Weitere Begünstigte in diesem Trust waren unter anderem Epsteins langjähriger persönlicher Anwalt und Buchhalter, die ebenfalls hohe fünf‑ und sechsstellige Summen zugesprochen bekamen. Insgesamt standen mehr als 40 Personen im Dokument als potenzielle Erben.

Shuliaks Verbindung zu Epstein: Wie eng war die Beziehung?

Die Akten legen nahe, dass Shuliak zu Epstein eine langjährige Beziehung hatte. Aus E‑Mail‑Korrespondenz geht hervor, dass diese seit mindestens 2012 bestand und finanzielle Unterstützung umfasste — nicht nur für ihr Studium, sondern auch für Reisen und familiäre Belange. Epstein überwies Gelder an Shuliaks Eltern, und es wurden Reisepläne und Aufenthalte in seine Akten aufgenommen.

Interessanterweise war Shuliak laut Justizakte die letzte Person, mit der Epstein außerhalb des Gefängnisses sprach, bevor dieser im August 2019 in seiner Zelle starb. Das deutet darauf hin, dass die Beziehung zu ihr bis zum Ende aktiv war.

Rechtliche und praktische Bedeutung des Trusts

Trotz der grossen Zahlen steht nicht fest, ob Shuliak oder andere Begünstigte tatsächlich die zugesagten Summen je erhalten haben oder erhalten werden. Epstein hinterliess ein Vermögen, das sich in den Jahren seit seinem Tod deutlich reduziert hat — unter anderem aufgrund von Gerichtsverfahren, Rechtskosten und Entschädigungszahlungen an Opfer. Experten warnen, dass gläubiger Ansprüche Vorrang haben könnten und die Auszahlung an Begünstigte ungewiss ist.

Zudem sind die Dokumente Teil eines laufenden Prüfprozesses im Justizministerium, der sicherstellen soll, dass keinerlei Informationen über mögliche Opfer oder offene Ermittlungen kompromittiert werden. Das macht sowohl die Veröffentlichung als auch mögliche spätere rechtliche Schritte komplex.

Internationale Dimensionen einer mysteriösen Beziehung

Die Rolle von Shuliak wirft auch Fragen über Epsteins internationale Kontakte auf — speziell zu Personen aus Belarus und Osteuropa. Medienberichte aus dem Osten Europas schildern, wie Epstein über Jahre hinweg Beziehungen zu jungen Frauen aus dieser Region unterhielt und ihnen finanzielle oder berufliche Unterstützung anbot. Diese Fäden fliessen nun, dank der massiven Dokumentenfreigabe, schrittweise ans Licht.

Fazit: Eine ungewöhnliche Figur im Schatten eines Skandals

Die neuen Akten des US‑Justizministeriums zeichnen ein klares Bild: Karyna Shuliak ist weit mehr als eine Randnotiz in Epsteins Geschichte. Sie taucht wiederholt in hochsensiblen Dokumenten auf — als Begünstigte eines grossen Trusts, als Begleiterin in Epsteins letzten Tagen und als zentrale Figur einer Beziehung, die seine letzten Vermögensentscheidungen beeinflusste. Welche rechtlichen und finanziellen Konsequenzen sich tatsächlich daraus ergeben, bleibt jedoch offen.