Stellantis zieht die Notbremse: 22 Milliarden Euro Abschreibung im Elektrogeschäft

stellantis

Paris/Rom/Düsseldorf, 6. Februar 2026 – Der europäische Autoriese Stellantis reagiert auf hohe Kosten und schwache Nachfrage im Elektrofahrzeug-Segment mit einer drastischen Kurskorrektur. Der Konzern schreibt insgesamt rund 22 Milliarden Euro ab und setzt damit seine ehrgeizigen Elektroauto-Pläne auf Eis.

Elektrogeschäft stark betroffen – besonders US-Markt

Von der Gesamtsumme entfallen etwa 15 Milliarden Euro auf den US-Markt. Hintergrund ist die Streichung staatlicher Förderungen für Elektrofahrzeuge durch die US-Regierung sowie geänderte Abgasvorschriften. Stellantis reduziert daher seine Modellpalette und rechnet mit sinkenden Erträgen aus den bisherigen Elektroplattformen.

Zusätzlich plant der Konzern Barzahlungen in Höhe von 6,5 Milliarden Euro über die kommenden vier Jahre. In diesem Jahr will Stellantis keine Dividende an Aktionäre ausschütten und wird sich gleichzeitig bis zu 5 Milliarden Euro durch neue Anleihen beschaffen, um die Finanzlage zu stabilisieren.

Aktie erleidet historischen Absturz

Die Nachricht schlug an den Börsen ein wie eine Bombe: Die Stellantis-Aktie fiel innerhalb eines Tages um mehr als 25 Prozent, der stärkste Einbruch seit Gründung des Unternehmens im Jahr 2021. Die Marktkapitalisierung liegt nun bei weniger als 18 Milliarden Euro.

Analysten sehen den Schritt als notwendige Reaktion auf fehlgeschlagene operative Umsetzung der Elektrostrategie, wie Stellantis-CEO Antonio Filosa erklärte.

Auswirkungen auf die Elektrostrategie

Stellantis hatte sich ursprünglich ehrgeizige Ziele für den Ausbau seiner E-Flotte gesetzt. Die aktuellen Rückschläge verdeutlichen jedoch die Risiken im Elektrosegment: hohe Produktionskosten, geringe staatliche Förderung und die schwankende Nachfrage machen den Ausbau kostenintensiv.

Branchenexperten gehen davon aus, dass Stellantis künftig selektiver bei Elektrofahrzeugen vorgehen wird. Der Fokus liegt nun auf profitableren Modellen und Märkten, während Verlustprojekte gestrichen werden.

Anleger und Markt reagieren schockiert

Die drastische Abschreibung sorgt für Unsicherheit bei Investoren. Marktbeobachter betonen, dass dies eine der größten Einzelabschreibungen in der europäischen Automobilbranche darstellt. Langfristig könnte der Kurswechsel Stellantis jedoch helfen, die Liquidität zu sichern und sich auf nachhaltige Wachstumsfelder zu konzentrieren.

Fazit

Mit der 22-Milliarden-Abschreibung zieht Stellantis die Notbremse bei Elektroautos. Die Entscheidung verdeutlicht die Herausforderungen der Branche: hohe Investitionskosten, schwankende staatliche Förderungen und eine wechselhafte Nachfrage können selbst große Konzerne in Bedrängnis bringen. Für Anleger und Märkte bleibt die Situation spannend, da Stellantis nun die Strategie neu ausrichten muss, um langfristig wettbewerbsfähig zu bleiben.