Olympia 2026 startet holprig: Winterspiele in Mailand und Cortina warten noch auf echte Stimmung

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Mailand/Cortina – 6. Februar 2026

Mit der offiziellen Eröffnungsfeier beginnen heute die Olympischen Winterspiele 2026 in Italien. Doch während das olympische Feuer entzündet wird, bleibt die große Euphorie vielerorts noch aus. Erste Wettkämpfe liefen bereits vor dem offiziellen Start – begleitet von halbleeren Rängen, langen Wegen zwischen den Austragungsorten und gemischten Reaktionen bei Fans und Gastgebern.

Früher Start, gedämpfte Atmosphäre

Schon vor der Eröffnungsfeier mussten einige Sportarten starten. Besonders das Eishockey-Turnier der Frauen begann früh, da der enge Zeitplan sonst nicht einzuhalten wäre. Für die deutsche Mannschaft verlief der Auftakt ernüchternd: Gegen Schweden setzte es eine klare Niederlage.

Die Kulisse passte zur Stimmung. Gespielt wurde in einer provisorisch umgebauten Messehalle in Mailand, viele Plätze auf den Tribünen blieben leer. Trotz engagierter Fans wollte echte Olympia-Atmosphäre noch nicht aufkommen.

Fans zwischen Vorfreude und Enttäuschung

Unter den Zuschauern herrschten unterschiedliche Gefühle. Einige freiwillige Helferinnen aus Deutschland zeigten sich begeistert, auch wenn sie sich mehr Publikum gewünscht hätten. Andere Fans, extra aus Berlin angereist, äußerten sich enttäuscht über Organisation und Stimmung – hoffen aber, dass dies erst der Anfang ist und sich das noch ändert.

Mailand bleibt zurückhaltend

Auch außerhalb der Sportstätten ist Olympia in Mailand bislang wenig präsent. Zwar gibt es Werbung an Bahnhöfen und Hinweisschilder in der Metro, doch im Stadtbild geht das Großereignis fast unter. Viele Einheimische begegnen den Spielen mit Zurückhaltung.

Während einige die zusätzlichen Jobs und den Tourismus begrüßen, sorgen sich andere um Verkehrschaos, Umweltbelastung und Einschränkungen im Alltag. Mailand gilt als erfahrene Gastgeberstadt für Großevents – Begeisterung entsteht hier traditionell eher spät.

Verstreute Spiele als Herausforderung

Die Winterspiele 2026 finden erstmals in dieser Form an stark verteilten Orten statt. Mailand und Cortina d’Ampezzo liegen mehrere Stunden auseinander, einzelne Wettkampfstätten sogar bis zu fünf Stunden Fahrtzeit entfernt. Dieses Konzept der „verstreuten Spiele“ stellt Athleten, Medien und Zuschauer vor logistische Herausforderungen.

Zwar wurden neue Arenen und Sportanlagen rechtzeitig fertiggestellt, doch an einigen Orten ist der Baustellencharakter noch spürbar. Auch wichtige Infrastrukturprojekte, etwa Straßenverbindungen, sind teils noch nicht vollständig abgeschlossen.

Zwei olympische Feuer, ein Ziel

Eine Premiere gibt es dennoch: Erstmals in der Geschichte der Winterspiele werden zwei olympische Feuer entzündet – eines in Mailand, eines in Cortina. Das soll symbolisch die Verbindung zwischen Metropole und Bergregion stärken.

Trotz aller Kritik sehen Beobachter auch Chancen. Mailand bringt wirtschaftliche Stärke, internationale Ausstrahlung und Erfahrung mit. Cortina steht für alpinen Wintersport und olympische Tradition.

Hoffnung auf Wendepunkt nach der Eröffnung

Viele glauben, dass die Stimmung mit der Eröffnungsfeier und den ersten Erfolgen italienischer Athletinnen und Athleten deutlich anziehen könnte. Italienische Großveranstaltungen gelten oft als emotionaler Spätstarter – dafür aber umso intensiver, wenn der Funke einmal überspringt.