Die Sonne zeigt aktuell eine besonders aktive Phase: Ein gigantischer Sonnenfleck könnte in den kommenden Tagen Polarlichter bis nach Deutschland bringen – möglicherweise sogar bis in den Südwesten. Astronom:innen und Hobby-Beobachter:innen beobachten den Sonnenfleck AR 4366 mit Spannung.
Gigantischer Sonnenfleck AR 4366: 15-mal größer als die Erde
Der Sonnenfleck AR 4366 ist derzeit das größte Phänomen auf der Sonnenoberfläche. Forscher:innen schätzen, dass die Erde 15-mal nebeneinander in die Fläche des Flecks passen würde.
Seit Ende Januar hat AR 4366 bereits über 20 starke Sonneneruptionen der Klassen M und X ausgelöst. Eruptionen der Klasse X gehören zu den kräftigsten und können geomagnetische Stürme auf der Erde begünstigen, die für Polarlichter verantwortlich sind.
Wie Sonnenflecken Polarlichter erzeugen
Polarlichter entstehen, wenn koronale Massenauswürfe (CME) der Sonne auf das Magnetfeld der Erde treffen. Dabei schleudert die Sonne Milliarden Tonnen elektrisch geladener Teilchen ins All.
Wenn diese Teilchen das Magnetfeld der Erde stören, können sie ionisierte Ströme in der oberen Atmosphäre erzeugen, die wir als tanzende Polarlichter sehen.
Laut aktuellen Berichten wurden bisher nur wenige CME registriert, die direkt auf die Erde zusteuern. Sollte jedoch ein besonders starker Auswurf die Erde treffen, könnten Polarlichter auch in Deutschland sichtbar werden.
Chancen für Polarlichter in Baden-Württemberg
Die US-Wetterbehörde NOAA und das Space Weather Prediction Center beobachten die Sonnenaktivität genau. Aktuelle Prognosen sehen für Deutschland eine geringe Wahrscheinlichkeit, Polarlichter zu erleben, doch Beobachter:innen im Südwesten dürfen aufhorchen.
Damit die Lichter sichtbar werden, sind folgende Bedingungen wichtig:
- Klare Nächte ohne Wolken
- Dunkler Himmel fernab von Städten und Lichtverschmutzung
- Starke geomagnetische Aktivität, ausgelöst durch CME
Apps und Webseiten zur Polarlicht-Vorhersage helfen, rechtzeitig informiert zu sein und den Himmel zu beobachten.
2026: Ein Jahr der Polarlichter?
Die Sonnenaktivität befindet sich derzeit nahe dem Maximalpunkt des 11-jährigen Sonnenzyklus, wodurch sich Sonnenflecken, Sonneneruptionen und geomagnetische Stürme häufen. Experten sehen darin gute Voraussetzungen für Polarlichter in Mitteleuropa.
Die letzte gesicherte Sichtung in Deutschland fand am 20. Januar 2026 statt. Mit dem aktuellen Sonnenfleck könnten weitere Sichtungen folgen – eine Gelegenheit für Hobbyastronom:innen, den Himmel zu beobachten.
Fazit
Der Sonnenfleck AR 4366 macht Hoffnung auf spektakuläre Polarlichter in Deutschland. Auch wenn die Wahrscheinlichkeit derzeit gering ist, lohnt es sich, den Himmel in den kommenden Tagen im Auge zu behalten. Besonders klare Nächte in Baden-Württemberg könnten den Blick auf das Himmelsphänomen ermöglichen.
