Eines der derzeit meistbeachteten Themen in der europäischen Medienlandschaft ist die geplante Zusammenarbeit zwischen der RTL Group und Sky Deutschland im Jahr 2026. Während die angekündigte Übernahme von Sky durch RTL noch auf die Zustimmung der Wettbewerbs- und Medienbehörden wartet, deuten erste Informationen darauf hin, dass beide Unternehmen ihre Kooperation auch im kommenden Jahr fortsetzen wollen. Ziel ist es, Kontinuität im Programmangebot zu gewährleisten und sich strategisch für den zunehmend umkämpften Streaming-Markt zu positionieren.
Ein milliardenschwerer Deal mit Signalwirkung
Im Juni 2025 gab die RTL Group bekannt, eine verbindliche Vereinbarung zur Übernahme von Sky Deutschland für 150 Millionen Euro unterzeichnet zu haben. Mit dem Schritt will RTL seine Marktposition stärken und einen europäischen Gegenspieler zu globalen Streaming-Konzernen wie Netflix oder Amazon Prime Video aufbauen. Künftig sollen die Free-TV-Sender von RTL, der Streamingdienst RTL+ sowie Skys Pay-TV- und Streamingangebote, darunter WOW, unter einem Dach gebündelt werden.
Die Übernahme würde Sky-Aktivitäten in Deutschland, Österreich, der Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein und Südtirol umfassen. Zusammengenommen käme das neue Medienunternehmen auf rund 11,5 Millionen zahlende Abonnentinnen und Abonnenten und würde ein breites Spektrum aus Unterhaltung, Sport, Nachrichten und fiktionalen Inhalten anbieten – sowohl im linearen Fernsehen als auch im Streaming.
Bevor es so weit ist, müssen jedoch noch die zuständigen Kartell- und Aufsichtsbehörden grünes Licht geben. Branchenkenner rechnen damit, dass sich dieser Prozess bis weit ins Jahr 2026 hineinziehen könnte.
Sportrechte bleiben auch 2026 im Fokus
Ungeachtet der laufenden Prüfungen scheinen RTL und Sky darauf bedacht zu sein, ihr bestehendes Zusammenarbeitsmodell fortzuführen – insbesondere im Bereich Live-Sport. Sportübertragungen gelten weiterhin als entscheidender Faktor für Abonnentenzahlen und Kundenbindung im Pay-TV- und Streaming-Segment.
So ist bereits bekannt geworden, dass mehrere Premier-League-Spiele im Januar 2026 über RTL+ abrufbar sein sollen. Dazu zählen unter anderem Partien wie Sunderland gegen Manchester City, Leeds United gegen Manchester United sowie Manchester City gegen Brighton & Hove Albion.
Diese Planungen deuten darauf hin, dass Sky seine umfangreichen Sportrechte auch weiterhin über Partnerschaften teilweise sublicenziert. Für RTL+ bedeutet dies Zugang zu hochkarätigen Sportevents, während Sky seine Reichweite erhöht – ein klassisches Win-win-Szenario in der Übergangsphase vor einer möglichen vollständigen Integration.
Rückblick auf die bisherige Partnerschaft
Die Kooperation zwischen RTL und Sky ist nicht neu. Bereits 2023 hatten beide Seiten eine zweijährige Content-Partnerschaft geschlossen. Im Rahmen dieser Vereinbarung erhielt RTL+ unter anderem Zugang zu ausgewählten Formel-1-Rennen sowie Konferenzübertragungen der 2. Bundesliga. Im Gegenzug konnte Sky Spiele aus der UEFA Europa League und der UEFA Europa Conference League zeigen.
Diese Vereinbarung lief offiziell zum 31. Dezember 2025 aus. Dass nun bereits Sportübertragungen für Anfang 2026 auf RTL+ angekündigt werden, spricht jedoch dafür, dass eine Verlängerung oder Übergangslösung vereinbart wurde – auch wenn Details zu Laufzeit und Umfang bislang nicht öffentlich bestätigt sind.
Strategische Gründe für den Zusammenschluss
Aus strategischer Sicht folgt die Annäherung von RTL und Sky einem klaren Branchentrend: Klassische Medienhäuser reagieren auf veränderte Sehgewohnheiten, sinkende Werbeerlöse im linearen Fernsehen und den wachsenden Einfluss internationaler Tech-Konzerne mit Konsolidierung und stärkerem Fokus auf Streaming.
RTL-Chef Thomas Rabe betonte mehrfach, dass Größe und Skaleneffekte entscheidend seien, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Kombination aus Free-TV-Reichweite, Premium-Sportrechten und starken Streaming-Plattformen soll langfristig ein stabiles, wettbewerbsfähiges Geschäftsmodell schaffen. Gleichzeitig werden die Behörden genau prüfen, ob der Zusammenschluss den Wettbewerb im deutschsprachigen Raum einschränken könnte.
Was Zuschauerinnen und Zuschauer 2026 erwartet
Für die Nutzerinnen und Nutzer dürfte sich die Kooperation zunächst vor allem positiv bemerkbar machen. Sollten weitere hochklassige Sportrechte – etwa zusätzliche Premier-League-Spiele oder andere europäische Top-Ligen – über RTL+ verfügbar werden, könnten viele Fans von einem breiteren Angebot profitieren, ohne mehrere Abos parallel abschließen zu müssen.
Langfristig ist davon auszugehen, dass RTL und Sky ihre technischen Plattformen und Inhalte enger verzahnen. Denkbar ist eine stärkere Integration von RTL+, WOW und Sky-Inhalten in einer gemeinsamen oder abgestimmten Angebotsstruktur. Bis zur endgültigen Genehmigung der Übernahme wird dieser Prozess jedoch schrittweise erfolgen.
Ausblick auf den Medienmarkt
Die geplante Zusammenarbeit im Jahr 2026 kann als Brücke zwischen zwei Phasen verstanden werden: der bisherigen Partnerschaft und einer möglichen vollständigen Fusion. Sie zeigt, wie flexibel Medienunternehmen inzwischen agieren müssen, um im dynamischen Marktumfeld bestehen zu können.
Sollte die Übernahme im Laufe des Jahres 2026 genehmigt werden, könnte daraus ein neuer Medienriese im deutschsprachigen Raum entstehen. Branchenbeobachter erwarten, dass dies weitere Konsolidierungen nach sich ziehen und den Wettbewerb um Inhalte, Rechte und Abonnenten nachhaltig verändern wird – insbesondere im Bereich Live-Sport und Streaming.
