Rom verlangt Eintritt am Trevi-Brunnen: Zwei Euro gegen Massentourismus

trevi brunnen

Rom greift durch: Seit Anfang Februar 2026 kostet der Zugang zum weltberühmten Trevi-Brunnen erstmals Eintritt. Touristen müssen künftig zwei Euro zahlen, um den Bereich direkt am Wasserbecken der historischen Fontana di Trevi zu betreten. Die Stadt reagiert damit auf den jahrelangen Massentourismus und das extreme Gedränge rund um eines der meistbesuchten Denkmäler Europas.

Zugang begrenzt – Piazza bleibt frei

Der Eintritt gilt ausschließlich für den abgegrenzten Bereich am Brunnenrand, wo Besucher traditionell Münzen ins Wasser werfen oder Fotos machen. Die große Piazza davor bleibt weiterhin kostenlos zugänglich.

Die Regelung greift an den meisten Tagen zwischen 9.00 und 22.00 Uhr, montags und freitags erst ab 11.30 Uhr. Bereits seit rund einem Jahr ist die Zahl der Besucher am Becken begrenzt: Maximal 400 Personen dürfen sich gleichzeitig dort aufhalten.

Wer zahlen muss – und wer nicht

Die Stadt Rom setzt auf ein digitales Ticketsystem. Eintrittskarten können vorab online oder vor Ort per Kreditkarte gekauft werden. Zusätzlich sind Tickets an ausgewählten touristischen Informationsstellen erhältlich.

Vom Eintritt befreit sind:

  • Einwohnerinnen und Einwohner Roms
  • Kinder unter sechs Jahren
  • Menschen mit Behinderung sowie deren Begleitpersonen

Zehntausende Besucher täglich

Der Trevi-Brunnen gehört zu den Hauptattraktionen der Ewigen Stadt. Im Jahr 2025 wurden über zehn Millionen Besucher gezählt, an Spitzentagen kamen bis zu 70.000 Menschen. Besonders zu Stoßzeiten wurde der Platz rund um das Wasserbecken regelmäßig überfüllt – oft begleitet von chaotischen Szenen beim Versuch, das perfekte Selfie zu machen.

Mit dem Eintritt verfolgt die Stadt das Ziel, die Besucherströme besser zu steuern, das Erlebnis zu verbessern und das historische Bauwerk langfristig zu schützen.

Berühmter Münzwurf mit langer Tradition

Der Brauch, eine Münze über die rechte Schulter in den Brunnen zu werfen, ist weltbekannt. Er soll garantieren, eines Tages nach Rom zurückzukehren. Jährlich landen dabei Tausende Münzen im Wasser, die regelmäßig eingesammelt und für soziale Zwecke gespendet werden.

Ein Brunnen mit über 2.000 Jahren Geschichte

Der barocke Trevi-Brunnen wurde zwischen 1732 und 1762 erbaut und ist nach dem Stadtviertel Trevi benannt. Gespeist wird er vom antiken Aquädukt Aqua Virgo, das bereits 19 v. Chr. in Betrieb genommen wurde und bis heute ununterbrochen Wasser liefert – ein technisches Meisterwerk der Antike.

Weltweite Berühmtheit erlangte der Brunnen auch durch die legendäre Szene mit Anita Ekberg im Filmklassiker „La dolce vita“.

Signalwirkung für Europas Tourismus

Mit der neuen Eintrittsregelung reiht sich Rom in eine wachsende Zahl europäischer Städte ein, die Maßnahmen gegen Übertourismus ergreifen. Der Trevi-Brunnen dient dabei als Pilotprojekt – weitere Anpassungen an anderen Sehenswürdigkeiten sind nicht ausgeschlossen.