Sehr respektlos“: HSV-Star Luka Vuskovic rechnet nach Derby-Provokationen mit St.-Pauli-Fans ab

St.-Pauli

Hamburg – Nach dem torlosen 0:0 im 113. Stadtderby zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli eskalierte die Stimmung nach Spielende. HSV-Abwehrchef Luka Vuskovic zeigte sich im Interview sichtlich aufgebracht – und nahm die Fans des FC St. Pauli für respektlose Provokationen gegen seine Familie ins Visier.

Provokationen im Derby – und ein emotionaler Ausbruch

Das Stadtderby am Millerntor verlief sportlich eher ereignisarm, doch die Emotionen kochten erst nach dem Schlusspfiff hoch. Offenbar hatten sich einige St. Pauli-Anhänger während der Partie in Richtung des 18-jährigen HSV-Verteidigers und seiner Familie abfällig geäußert. Besonders der ältere Bruder Mario Vuskovic, der derzeit eine Dopingsperre absitzt, war Ziel von Schmähungen.

Im Interview nach dem Spiel sagte Luka Vuskovic deutlich: „Ich weiß nicht, was die Fans von St. Pauli denken. Es ist sehr respektlos, meine Familie und meinen Bruder zu beleidigen. Ich habe nichts Gutes über die Fans zu sagen.“

Bereits während der Partie hatten Zuschauer ein Banner gezeigt, auf dem eine Spritze im Namen „Mario“ dargestellt wurde – eine eindeutige Anspielung auf die Dopingsperre seines Bruders.

Gestik und Kabinenkonfrontation

Nach dem Interview ging Vuskovic aufgebracht in Richtung Kabine und legte den Zeigefinger an die Lippen, um die Fans zum Schweigen zu bringen. In den Katakomben des Stadions eskalierte die Situation weiter: Dort kam es zu einem Wortgefecht zwischen Vuskovic und Spielern des FC St. Pauli, darunter Verteidiger Karol Mets und Co-Trainer Peter Nemeth. Einige Quellen berichten sogar von einem unruhigen Zwischenfall, bei dem Vuskovic nach dem Abpfiff gespuckt haben soll.

HSV-Trainer Merlin Polzin zeigt Verständnis

Trotz der harten Worte seines Spielers stellte sich HSV-Trainer Merlin Polzin hinter seinen 18-jährigen Abwehrchef. Polzin betonte, dass auf Vuskovic wegen der Situation rund um seinen Bruder und dessen Sperre bereits viel Last liege – und dass Provokationen dieser Art für einen so jungen Spieler besonders belastend seien.

„Wir haben einen 18-jährigen Menschen, der sehr viel Last auf sich trägt, was mit Mario Vuskovic passiert ist“, sagte Polzin. „Ich kann den Unmut von Luka verstehen. Diese Art von Sprüchen und Gesten hat mit dem zu tun, wofür nicht nur unser Klub, sondern auch Hamburg als weltoffene Stadt stehen sollte.“

Familienhintergrund und Drucksituationen

Vuskovic steht seit dem Sommer 2025 beim Hamburger SV unter Vertrag; er ist von Tottenham Hotspur ausgeliehen und hat sich schnell zu einem der Leistungsträger in der HSV-Abwehr entwickelt. Neben seiner starken Defensivarbeit hat er auch Offensivakzente gesetzt und sich als wichtiger Spieler etabliert.

Sein Bruder Mario Vuskovic (24) war bis November 2026 wegen einer positiven Dopingprobe gesperrt; der Internationale Sportgerichtshof (CAS) bestätigte die vierjährige Strafe nach einem positiven Test auf Erythropoetin (EPO) – die höchste Maßnahme in solchen Fällen.

Die Dopingsperre ist für die Familie ein belastendes Thema, und Lukas Wunsch, mit seinem Bruder einmal gemeinsam beim HSV zu spielen, ist bislang unerfüllt geblieben. Der junge Verteidiger hatte wiederholt betont, wie wichtig ihm sein familiärer Rückhalt und die gemeinsame sportliche Zukunft wären.

Stimmung im Stadion und Reaktionen der Fans

Die Provokationen der St. Pauli-Fans wurden nicht nur von Vuskovic selbst, sondern auch von verschiedenen Beobachtern kritisch kommentiert. Viele Experten sehen solche Aktionen als unnötig und respektlos – zumal sie die ohnehin hohe emotionale Belastung eines Derbys noch verstärken.

Andere Fans und Kommentatoren weisen darauf hin, dass Derbys immer hitzig sind, aber die Grenze des Respekts nicht überschritten werden sollte, besonders wenn es um persönliche Angriffe auf Spieler und deren Familien geht.

Ein Derby-Moment bleibt in Erinnerung

Sportlich bleibt von diesem 113. Hamburger Stadtderby vor allem das 0:0 stehen, doch die Provokationen und die emotionale Reaktion von Luka Vuskovic werden länger nachhallen. Der Vorfall zeigt, wie sehr persönliche Themen in der Fußballwelt eine Rolle spielen können – und wie knapp die Grenze zwischen sportlicher Leidenschaft und respektlosem Verhalten verläuft.