Australien Open 2026: Extreme Hitze stoppt Spiele – Sinner kämpft sich trotz Krämpfen ins Achtelfinale

Australien Open 2026

Am siebten Tag der Australian Open 2026 in Melbourne sorgten extreme Temperaturen für weitreichende Spielunterbrechungen und große Belastungen für die Athleten. Auf dem Höhepunkt des Turniers erreichten die Temperaturen nahe 40 °C, was dazu führte, dass die sogenannten Heat Stress Protocols aktiviert wurden und zahlreiche Matches unterbrochen oder verlagert wurden.

Extremhitze sorgt für Pause auf Außenplätzen


Aufgrund der steigenden Temperaturen und des australischen Hitzeindexes wurde das Australian Open Heat Stress Scale auf Stufe 5 gesetzt – die höchste Alarmstufe im offiziellen Protokoll. Bei Stufe 5 wird das Spielen auf Außenplätzen eingestellt und in Hallen mit Dach der Stadionüberdachungen geschlossen, um die Bedingungen zu verbessern. Dadurch wurden viele Spiele am Nachmittag unterbrochen, und Zuschauer mussten auf kühlere Abschnitte warten.

Nach Angaben der Organisatoren wurde die mittlere Startzeit nach vorne gezogen, um den kühleren Morgenstunden Rechnung zu tragen, doch trotz dieser Maßnahme stieg die Hitze im Laufe des Tages so stark an, dass der Spielbetrieb auf den Außenplätzen erst gegen 17:30 Uhr wieder aufgenommen werden konnte.

Sinner ringt sich trotz Hitze und Krämpfen weiter


Titelverteidiger Jannik Sinner (Italien) erlebte einen dramatischen dritten Rundenspieltag. Gegen den US‑Amerikaner Eliot Spizzirri (Nr. 85) geriet er bei Temperaturen über 35 °C früh in Rückstand und begann in der dritten Runde unter körperlichen Problemen zu leiden, einschließlich schwieriger Krämpfe.

Als der Hitzeindex Stufe 5 erreichte, wurde der Spielbetrieb kurz unterbrochen und das Dach der Rod Laver Arena geschlossen. In der kühleren Umgebung des Hallendachs erholte sich Sinner und steigerte seine Leistung deutlich. Nach einem intensiven Match über knapp vier Stunden gewann er schließlich mit 4‑6, 6‑3, 6‑4, 6‑4 und zog ins Achtelfinale ein.

Sinner selbst gab später zu, dass die Hitze und die darauf folgende Unterbrechung entscheidend für sein Weiterkommen waren. Trotz starker Krämpfe und großer körperlicher Belastung sagte er, er habe „Glück mit der Hitzerregel“ gehabt, da die Pause ihm Zeit zur Erholung verschaffte.

Weitere Auswirkungen der Hitze auf das Turnier


Die extreme Hitze wirkte sich nicht nur auf Sinner aus. Matches auf den Außenplätzen wurden pausenlos verschoben oder zeitweise komplett ausgesetzt. Viele Zuschauer suchten Schatten, nutzten Wassersprühstationen und kühlende Maßnahmen, um den Bedingungen zu trotzen.

Auch andere Spieler äußerten sich zur Herausforderung: Australiens Alex de Minaur betonte, wie wichtig es sei, zusätzlich zu taktischen Fähigkeiten auch körperlich und mental auf extreme Hitze vorbereitet zu sein, besonders bei Temperaturen über 35 °C.

Währenddessen setzten sich in anderen Matches ebenfalls Favoriten durch. Die frühere US‑Championin Madison Keys gewann zum Beispiel gegen Karolina Plíšková ohne größere Probleme (6‑3, 6‑3) und trifft nun im Achtelfinale auf Jessica Pegula – auch hier spielte die extreme Hitze eine Rolle bei der Tagesplanung.

Hitzeprotokoll: Wie der Turnierplan angepasst wird


Das Extreme Heat Protocol, das seit einigen Jahren beim Australian Open eingesetzt wird, orientiert sich an einem Heat Stress Scale von 1 bis 5 und berücksichtigt neben der Lufttemperatur weitere Faktoren wie Strahlungswärme, Luftfeuchtigkeit und Windgeschwindigkeit. Sobald der Index die Stufe 4 erreicht, wird eine zehnminütige Pause zwischen den Sätzen eingeführt. Bei Stufe 5 wird, wie am siebten Turniertag, der Spielbetrieb auf Außenplätzen eingestellt und Hallenüberdachungen geschlossen.

Trotz der Unterbrechungen setzte das Turnier seine Matches fort, wobei die Veranstalter die Sicherheit der Spieler und Zuschauer stets in den Vordergrund stellten. Viele Fans rechneten damit, dass gerade an einem der traditionell stärksten Besuchstage der Woche das Thermometer stark steigen könnte, und verlagerten ihre Zeitplanung entsprechend.

Ausblick: Weitere Hitze erwartet

Meteorologen sagten voraus, dass die Hitze während der restlichen Tage des Turniers weiterhin ein Faktor sein würde, was die Planungen der Organisatoren weiter beeinflusst. Auch in den kommenden Runden wird erwartet, dass Außencourts häufiger Pausen erleben, während klimatisierte Hallen als Ausweichorte dienen. Dies könnte bei weiteren hochkarätigen Begegnungen wie jenen mit Novak Djokovic, Iga Świątek oder Naomi Osaka entscheidend sein.