Tim Bendzko über steigende Mieten und Lebensveränderungen: „Natürlich fragt man sich auch

Tim Bendzko

Berlin – Popsänger Tim Bendzko (40) spricht offen über die finanziellen und persönlichen Herausforderungen seines Lebens. Im Interview mit WEB.DE äußerte sich der Musiker zu existenziellen Themen wie steigenden Mieten, der Unsicherheit in kreativen Berufen und seinem neuen Album „Alles, nur nicht zurück“, das am 23. Januar erschienen ist.

Finanzielle Realität für Künstler: Miete zahlen trotz Unsicherheiten

Bendzko machte deutlich, dass finanzielle Sicherheit für Musiker keineswegs selbstverständlich sei. „Aber natürlich fragt man sich auch, wie man seine Miete bezahlt“, erklärte er. Gerade in kreativen Berufen sei das Einkommen oft unregelmäßig, während Fixkosten wie Miete oder Lebenshaltungskosten konstant blieben.

„Künstler würden mehr mit ihrer Musik erwirtschaften, wenn sie keine Musik mehr machen würden“, so Bendzko weiter und kritisierte damit die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Musikbranche. Steigende Mieten verschärften die Lage zusätzlich und betreffen nicht nur junge, sondern auch etablierte Künstler.

Streaming und Künstliche Intelligenz: Chancen und Risiken

Bendzko sprach außerdem über die Rolle von Streamingdiensten und Künstlicher Intelligenz in der Musikbranche. Obwohl Streaming boome, profitierten viele Musiker finanziell kaum davon. KI bezeichnete er als „Riesenhilfsmittel“ für organisatorische Aufgaben, aber nicht für das eigentliche Musikmachen: „Es ist totaler Quatsch, damit Musik zu machen.“

Der Sänger kritisierte zudem die zunehmende Präsenz von KI-generierter Musik auf Plattformen, die echte Künstler verdränge und das traditionelle Urheberrecht kompliziere.

Neues Album: Veränderung und persönliche Neuanfänge

Sein sechstes Album „Alles, nur nicht zurück“ behandelt Themen wie Mut zur Veränderung, Scheitern und persönliche Neuanfänge. Bendzko betont, dass er „allergisch gegen Nostalgie“ sei und die Vorstellung, dass früher alles besser war, ablehne. Für ihn sei Veränderung ein zentraler Bestandteil des Lebens, insbesondere nach seinem 40. Geburtstag, der ihm eine neue Gelassenheit gebracht habe.

„Ich habe das Gefühl, ein bisschen leichter durchs Leben gehen zu können“, erklärt Bendzko. Mit dem Album will er zeigen, wie wichtig es ist, offen für neue Erfahrungen zu sein und nicht in alten Mustern zu verharren.

Persönliches: Gelassenheit statt Altersangst

Neben beruflichen Themen sprach Bendzko auch über das Älterwerden. Die Zahl 40 habe bei ihm keinen Druck ausgelöst, sondern im Gegenteil zu mehr Ruhe und Selbstbewusstsein geführt. „Mit der Angst vor dem Älterwerden habe ich nicht viel am Hut“, sagt er.

Privat hat Bendzko in den letzten Jahren ebenfalls große Veränderungen erlebt, darunter das Ende seiner Ehe nach fünf Jahren. Als Vater eines Sohnes hält er sein Privatleben bewusst aus der Öffentlichkeit heraus.

Fazit

Tim Bendzko verbindet in seinem neuen Album und Interview persönliche Offenheit mit klaren Aussagen zur Realität kreativer Berufe. Von finanzieller Unsicherheit über die Herausforderung moderner Musikplattformen bis hin zu Gelassenheit im Alter – der Sänger zeigt, dass hinter dem scheinbar glamourösen Musikerleben harte Arbeit, Planung und Mut zur Veränderung stehen.