In der Nacht auf Donnerstag haben drei Klimaaktivisten offenbar versucht, das Privatflugzeug von Bundeskanzler Friedrich Merz am Flugplatz Arnsberg-Menden zu beschädigen. Das sogenannte „Widerstands-Kollektiv“ bekannte sich zu der Aktion. Unter den Festgenommenen befindet sich auch die bekannte Klimaaktivistin Anja Windl, die sich in einer Mitteilung verteidigte: „Wir handeln aus Notwehr. Die Klimakatastrophe eskaliert, und gleichzeitig fliegt Friedrich Merz durch die Welt.“
Wer ist Anja Windl?
Anja Windl ist 28 Jahre alt, Psychologiestudentin aus Niederbayern und lebt derzeit in Graz. Sie gilt als eine der prominentesten Gesichter der Klimaschutzbewegung in Deutschland und Österreich. Zuvor war Windl Mitglied bei „Fridays for Future“ und „Letzte Generation“, bevor sie sich dem „Widerstands-Kollektiv“ anschloss.
Bekannt durch zivilen Ungehorsam
Windl wurde vor allem durch spektakuläre Protestaktionen bekannt, bei denen sie sich auf Straßen festklebte oder Verkehr blockierte. Aktionen in Städten wie Regensburg, Graz, Wien und München sorgten regelmäßig für Aufsehen. In Regensburg blockierte sie beispielsweise die Zufahrt zu einem BMW-Werk, in Wien verschüttete sie gefärbtes Speiseöl auf einer Straße, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.
Kontroversen und rechtliche Folgen
Windl ist auch für provokante Aktionen bekannt. 2025 beschmierte sie die Fassade der ÖVP-Parteizentrale in Wien mit Hundekot und hinterließ eine politische Botschaft. Aufgrund ihrer Aktionen verhängte das Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl ein zweijähriges Aufenthaltsverbot in Österreich, das jedoch vorläufig ausgesetzt wurde.
Mehrfach musste Windl Ersatzfreiheitsstrafen antreten, unter anderem 42 Tage in Wien und rund sechs Wochen in Klagenfurt, weil sie Geldstrafen im Zusammenhang mit Protestaktionen nicht zahlte. Trotz der rechtlichen Konsequenzen bleibt sie unbeirrt: „Wir stecken in der größten Klimakatastrophe, die Erde wird immer heißer. Ich bin froh, dass ich keine Kinder in die Welt gesetzt habe.“
Reaktionen auf den Anschlagsversuch
Die Aktion am Flugplatz Arnsberg sorgte für breite mediale Aufmerksamkeit und Diskussionen über die Grenzen von zivilem Ungehorsam. Während Windl ihre Motivation mit der eskalierenden Klimakrise begründet, kritisieren Politiker und Sicherheitsbehörden die gefährliche Vorgehensweise der Aktivisten.
