In der Nacht von Montag auf Dienstag bot sich vielen Menschen in Niedersachsen, besonders im Raum Braunschweig, ein außergewöhnlicher Anblick: Polarlichter leuchteten deutlich sichtbar am Himmel. Rote und grüne Schleier zogen über den Nachthimmel und waren auch mit bloßem Auge zu erkennen – ein seltenes Ereignis für Deutschland.
Das farbige Himmelsschauspiel begann gegen 21:30 Uhr und veränderte sich ständig. Beobachter berichteten von wandernden Lichtbändern und pulsierenden Farbfeldern, die den Himmel über mehrere Stunden erhellten.
Nordlichter auch in vielen anderen Regionen sichtbar
Nicht nur in Niedersachsen waren die Nordlichter über Deutschland zu sehen. Auch in Hamburg, Berlin, Nordrhein-Westfalen, Bayern und weiteren Bundesländern meldeten Menschen klare Sichtungen. Besonders gute Bedingungen herrschten außerhalb von Städten, fernab von Straßenbeleuchtung und starkem Umgebungslicht.
Die Intensität erinnerte Experten an das Frühjahr 2024, als Polarlichter zuletzt in ähnlicher Stärke über Mitteleuropa auftraten.
Ursache: Starker Sonnensturm trifft auf das Erdmagnetfeld
Auslöser des Phänomens war ein starker Sonnensturm, der am Montagabend die Erde erreichte. Die Sonne hatte zuvor eine sogenannte koronale Massenauswurf-Wolke ins All geschleudert. Diese besteht aus elektrisch geladenen Teilchen, die beim Auftreffen auf das Magnetfeld der Erde die bekannten Leuchterscheinungen verursachen.
Der geomagnetische Aktivitätswert, der sogenannte Kp-Index, erreichte einen Wert von über 8 auf einer Skala bis 9. Damit zählt das Ereignis zu den stärksten geomagnetischen Stürmen des aktuellen Sonnenzyklus.
Warum Polarlichter jetzt häufiger auftreten
Fachleute erklären die zunehmende Sichtbarkeit von Polarlichtern mit der aktuellen Phase der Sonne. Sie befindet sich derzeit nahe ihrem Sonnenmaximum, einer Phase mit besonders vielen Sonnenflecken und Sonneneruptionen. Diese führen häufiger zu starken Sonnenstürmen, die auch in mittleren Breiten wie Deutschland Polarlichter möglich machen.
Die geladenen Teilchen treffen in der oberen Atmosphäre auf Sauerstoff und Stickstoff. Dabei entstehen die typischen Farben:
- Grün durch Sauerstoff in etwa 100 Kilometern Höhe
- Rot durch Sauerstoff in größerer Höhe
- Violett und Blau durch Stickstoff
Beste Bedingungen für Polarlichter in Deutschland
Wer Polarlichter sehen möchte, sollte einige Regeln beachten:
- Blickrichtung Norden
- Möglichst dunkler Standort ohne Lichtverschmutzung
- Klarer Himmel ohne dichte Wolken
- Späte Abend- oder Nachtstunden
Experten schließen nicht aus, dass bei anhaltender Sonnenaktivität auch in den kommenden Nächten weitere Sichtungen möglich sind.
Fazit: Seltenes Naturereignis begeistert ganz Deutschland
Die Polarlichter über Deutschland zählen zu den eindrucksvollsten Naturereignissen der letzten Monate. Der starke Sonnensturm hat gezeigt, dass spektakuläre Himmelsphänomene nicht nur in Skandinavien, sondern auch hierzulande erlebbar sind. Für viele Beobachter war es ein unvergesslicher Moment – und ein Hinweis darauf, wie aktiv unsere Sonne derzeit ist.
