Deutschlandweit, 10. Januar 2026 – Sturmtief „Elli“ sorgt weiterhin für massive Beeinträchtigungen im Straßen- und Schienenverkehr. Besonders im Norden (Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern) und in den südlichen Mittelgebirgen (Schwarzwald, Allgäu) herrschen markante bis unwetterartige Schneeverwehungen, Dauerfrost und Glätte. Zahlreiche Autobahnen sind gesperrt oder nur eingeschränkt befahrbar, Lkw-Sperrungen und querstehende Fahrzeuge verursachen lange Staus. Der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist weiterhin stark eingeschränkt, erste Strecken werden schrittweise wieder aufgenommen.
Tabelle: Aktuelle Verkehrslage und Wetterauswirkungen (Stand 10.01.2026, Vormittag)
| Region / Autobahn | Aktueller Status | Wetterauswirkung | Erwartete Auflösung / Hinweis |
| Schleswig-Holstein / A7, A1 | Mehrere Sperrungen, Lkw-Verbot witterungsbedingt | Starke Schneeverwehungen, Glätte, Dauerfrost | Bis Samstagnachmittag, nur mit Winterreifen/Schneeketten |
| Mecklenburg-Vorpommern / A20, A19 | Unwetterartige Verwehungen, Straßensperrungen | Sturm + Schnee, Sichtweite <50 m lokal | Wind lässt nach, Glätte bleibt bis Sonntag |
| Niedersachsen / A2, A7 Hannover | Querstehende Lkw, Sperrungen nach Unfällen | Dauerfrost -7 bis -12 °C, Glätte | Fernverkehr Bahn ab Mittag schrittweise |
| Schwarzwald / B500, A5 | 10–30+ cm Neuschnee, orkanartige Böen >1000 m | Schwerer Schneefall in Staulagen | Bis Sonntagabend, Lawinengefahr, Sperrungen |
| Allgäu / A7 Füssen | Blockabfertigung Grenztunnel, Glätte | Schwerer Schnee, Frost | Bis Montag, Schneekettenpflicht Lkw |
| NRW / A3, A1 Köln–Frankfurt | Unfallstellen, 3 km Stau (A3 Wiesbaden–Raunheim) | Übergang Regen→Schnee, Glätte | Kurzfristig, Fahrbahnausbesserungen |
| Bayern / A9, A8 München | Querstehende Lkw (z. B. Weismain–Scheßlitz) | Schneefall, Glätte | Bis 10.01. nachmittags, Räumfahrzeuge im Einsatz |
Detaillierte regionale Verkehrsübersicht
Norden und Nordosten (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen)
Der Norden leidet unter den schwersten Auswirkungen des Sturmtiefs „Elli“. Markante bis unwetterartige Schneeverwehungen durch stürmischen Ostwind (Bft 8–9) machen viele Bundes- und Landesstraßen unpassierbar. Auf der A7 (Hamburg–Flensburg) und A1 (Lübeck–Hamburg) gelten Lkw-Sperrungen witterungsbedingt; querstehende Lkw haben Abschnitte komplett blockiert. In Mecklenburg-Vorpommern (A20, A19) ist die Sicht teils unter 50 Meter, Räumfahrzeuge kommen kaum voran. Der DWD warnt vor Dauerfrost mit Tiefstwerten bis -12 °C und anhaltender Glätte.
Der Fernverkehr der Deutschen Bahn ist in Norddeutschland bis in den Vormittag eingestellt; erste Strecken (z. B. Hamburg–Berlin) sollen ab ca. 10–12 Uhr schrittweise wieder befahren werden, doch mit massiven Verspätungen und Ausfällen ist weiterhin zu rechnen. Pendler und Reisende sollten auf Fernbusse oder Homeoffice umsteigen. ADAC und Polizei raten dringend: „Nur mit Winterreifen und Schneeketten unterwegs sein – viele Strecken bleiben lebensgefährlich.“
Südliche Mittelgebirge und Alpenvorland (Schwarzwald, Allgäu, Bayerischer Wald)
In der Südhälfte verlagert sich der Schwerpunkt der Schneefälle. Im Schwarzwald und Oberallgäu fallen bis Samstagabend 10–30 cm Neuschnee (in Staulagen >50 cm), dazu orkanartige Böen in Höhen über 1000 m (Bft 10–11). Die B500 (Schwarzwaldhochstraße) und höhere Passstraßen sind gesperrt, Lawinengefahr ist akut. Auf der A5 (Karlsruhe–Basel) und A8 (München–Salzburg) behindern Schneeverwehungen und Glätte den Verkehr massiv.
Der DWD hat für Teile Baden-Württembergs und Bayerns die höchste Warnstufe (Rot) für Schnee und Glätte ausgegeben. Räumdienste sind im Dauereinsatz, doch die Kombination aus Neuschnee und Sturm erschwert die Arbeit erheblich. Autofahrer werden aufgefordert, Fahrten in die Mittelgebirge und Alpenvorland zu vermeiden. Lkw über 7,5 t benötigen Schneeketten – Kontrollen sind verschärft.
Westen und Mitte (NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz)
Hier überwiegen Übergangsniederschläge (Regen → Schnee) mit markanter Glätte. Auf der A3 (Köln–Frankfurt) zwischen Wiesbadener Kreuz und Raunheim sorgen Fahrbahnausbesserungen und Glätte für 3 km Stau und bis zu 30 Minuten Verzögerung. In NRW und Rheinland-Pfalz (A1, A61) sind ungesicherte Unfallstellen und Schlaglöcher gemeldet. Der Verkehr fließt zäh, aber ohne großflächige Sperrungen.
Der DWD warnt vor Glätte durch überfrierende Nässe; Temperaturen um 0 bis -4 °C halten die Straßen rutschig. In Ballungsräumen wie Köln–Düsseldorf und Frankfurt kommt es im Berufsverkehr zu stockendem Verkehr.
Sicherheitshinweise und Ausblick
Der ADAC und die Polizei raten dringend: Winterreifenpflicht gilt situativ – bei Schnee, Glätte oder Eis sind Sommerreifen verboten. Schneeketten für Lkw sind in vielen Regionen vorgeschrieben. Vermeiden Sie unnötige Fahrten, besonders in Nord- und Süddeutschland. Der DWD erwartet für Samstag eine allmähliche Entspannung im Norden, während der Süden bis Sonntagabend mit weiteren Schneefällen rechnen muss. Ab Montag setzt eine Milderung ein, doch Glätte bleibt bis Mitte nächster Woche ein Thema. Bleiben Sie informiert – aktuelle Meldungen finden Sie auf ADAC.de, Autobahn.de und DWD.de.
