Neun MLB-Teams kündigen Verträge mit FanDuel Sports Network – RSN-Krise eskaliert weiter

Neun MLB-Teams

New York, 9. Januar 2026 – In einem dramatischen Schritt haben neun Major-League-Baseball-Teams ihre lokalen TV-Verträge mit dem Betreiber Main Street Sports Group (FanDuel Sports Network) gekündigt. Betroffen sind die Atlanta Braves, Cincinnati Reds, Detroit Tigers, Kansas City Royals, Los Angeles Angels, Miami Marlins, Milwaukee Brewers, St. Louis Cardinals und Tampa Bay Rays. Die Entscheidung kommt inmitten anhaltender finanzieller Turbulenzen beim Netzwerkbetreiber, der erst Anfang 2025 aus einem langwierigen Insolvenzverfahren hervorgegangen war.

Die Kündigungen erfolgten nach verpassten Zahlungen – darunter eine ausstehende Rate an die St. Louis Cardinals im Dezember – und gescheiterten Verkaufsverhandlungen mit potenziellen Käufern wie DAZN. Branchenquellen berichten, dass Main Street massive Kürzungen der Rechteeinnahmen gefordert hatte, was die Teams zur sofortigen Trennung bewegte. Ziel ist es, Flexibilität zu gewinnen und sich vor einer möglichen erneuten Insolvenz abzusichern, die die Clubs vertraglich binden könnte.

Main Street Sports Group, ehemals Diamond Sports Group, betreibt unter dem Namen FanDuel Sports Network Senderechte für insgesamt 29 Teams aus MLB, NBA und NHL. Das Unternehmen kämpft seit Jahren mit hohen Schulden aus der Übernahme regionaler Kanäle und dem Rückgang traditioneller Kabel-Abos. Trotz eines Namenswechsels und Partnerschaften (u.a. mit Amazon) droht nun eine Auflösung, falls kein Käufer gefunden wird – möglicherweise schon zum Ende der laufenden NBA- und NHL-Saisons.

MLB-Kommissar Rob Manfred betonte bei einer Pressekonferenz: „Egal was passiert – ob Main Street, ein Dritter oder unsere eigene MLB Media-Abteilung – die Fans werden die Spiele sehen.“ Die Liga hat in den letzten Jahren eine eigene Medienabteilung aufgebaut und übernimmt bereits die Produktion und Verteilung für Teams wie Arizona Diamondbacks, San Diego Padres, Cleveland Guardians, Colorado Rockies, Minnesota Twins und Seattle Mariners. Für 2026 werden weitere Zugänge erwartet, darunter möglicherweise die Washington Nationals.

Die neun Teams könnten theoretisch zu Main Street zurückkehren, falls ein Käufer die Finanzen stabilisiert und attraktive Konditionen bietet – Berichte deuten auf mögliche überarbeitete Angebote bereits in den nächsten Tagen hin. Wahrscheinlicher ist jedoch ein Wechsel unter das Dach der MLB, wo Spiele über Kabel, Satellit, Werbeeinnahmen und Streaming (via MLB.tv, später möglicherweise ESPN-App) vertrieben werden.

Die RSN-Krise trifft die Teams finanziell hart: Lokale TV-Deals machen oft 20–30 Prozent der Einnahmen aus und bieten stabile Fixbeträge. Ein Übergang zu liga-eigenen Modellen könnte Einnahmen schwanken lassen und Ungleichheiten zwischen großen und kleinen Märkten verstärken. MLB plant langfristig, bis 2028 alle 30 Franchises unter einem einheitlichen nationalen System zu vereinen – die aktuellen Verträge mit Main Street laufen ohnehin nicht darüber hinaus.

Für Fans bedeutet das vorerst Unsicherheit bei der Übertragung der Saison 2026, aber die Liga verspricht Kontinuität. Die Entwicklungen unterstreichen den Strukturwandel im US-Sports-TV: Weg vom Kabel hin zu Streaming und direkten Liga-Modellen. Branchenbeobachter sehen in der Krise einen Beschleuniger für nationale Streaming-Plattformen, die mehrere Teams bündeln könnten.