Die deutsche Basketball-Nationalmannschaft hat im zweiten Spiel der Qualifikation zur Weltmeisterschaft 2027 einen wichtigen Auswärtssieg eingefahren. Beim Duell Zypern – Deutschland setzte sich das Team von Bundestrainer Alex Mumbrú trotz schwacher Anfangsphase deutlich mit 83:64 durch und bleibt damit in der Gruppe weiterhin ungeschlagen. Für die junge deutsche Mannschaft war es nicht nur ein Pflichtsieg, sondern auch ein weiterer Schritt hin zu einem stabilen Fundament für die kommenden, deutlich stärkeren Gegner.
Langsamer Start im Duell Zypern – Deutschland
Schon vor dem Tip-off war klar: Zwischen Zypern und Deutschland liegen basketballerisch Welten. Die Zyprer waren bei der vergangenen EM chancenlos geblieben und hatten zum Quali-Auftakt ein klares 60:100 gegen Kroatien kassiert. Dennoch tat sich das umformierte deutsche Team zunächst schwer.
Deutschland startete mit Chris Sengfelder, David Krämer, Norris Agbakoko, Malte Delow und Jack Kayil. Gerade Sengfelder erwischte einen guten Beginn und traf seine ersten beiden Würfe. Die schnelle 12:4-Führung schien anzudeuten, dass die Partie früh entschieden sein würde. Doch Zypern fightete sich zurück und nutzte deutsche Unsicherheiten konsequent aus.
Das erste Viertel endete überraschend knapp mit 20:17. Auch im zweiten Abschnitt blieb die Partie enger, als es das Kräfteverhältnis erwarten ließ. Deutschland leistete sich ungewohnte Fehler, verfehlte Würfe von außen und fand kaum in den sonst so dynamischen Fastbreak-Basketball. Zur Halbzeit stand lediglich ein 42:39 für die Gäste auf der Anzeigetafel – ein Ergebnis, das die Zyprer hoffen ließ und die Deutschen unzufrieden zurückließ.
Mumbrú fordert mehr Intensität – und das Team liefert
Bundestrainer Alex Mumbrú zeigte sich zur Pause sichtlich unzufrieden. „Wir waren nicht im Rhythmus und nicht mit der nötigen Intensität unterwegs“, kritisierte er. Genau diese Intensität kehrte sein Team jedoch nach dem Seitenwechsel eindrucksvoll aufs Parkett zurück.
Im dritten Viertel dominierte Deutschland die Partie völlig. Die Würfe von außen fielen endlich: Krämer, Kayil und Neuling Till Pape trafen wichtige Dreier und brachten das Selbstvertrauen zurück. Gleichzeitig stand die Defensive deutlich stabiler.
Zypern gelangen im gesamten dritten Abschnitt nur neun Punkte – ein klares Zeichen für die verbesserte defensive Organisation des DBB-Teams. Jonas Mattisseck traf kurz vor Viertelende einen Dreier zur 21-Punkte-Führung und sorgte damit für die Vorentscheidung im Duell Zypern – Deutschland.
Junge Spieler überzeugen – Pape und Krämer als Topscorer
Eine der positivsten Erkenntnisse des Spiels war die starke Leistung der jungen deutschen Spieler. Till Pape, der sein Debüt in der WM-Qualifikation gab, traf drei seiner vier Dreier und erzielte 14 Punkte – gemeinsam mit David Krämer Topwert des Abends.
Auch Jack Kayil, der bei Alba Berlin als großes Talent gilt, überzeugte mit Spielwitz, guter Übersicht und wichtigen Distanzwürfen. Collin Welp, Sohn der deutschen Basketball-Legende Chris Welp, feierte ebenfalls sein Debüt und punktete gleich mehrfach.
Mumbrú nutzte die Gelegenheit, um Spielern mit weniger internationaler Erfahrung wertvolle Minuten zu geben – eine Entscheidung, die sich auszahlte und dem Kader in der Breite zusätzliche Stabilität verleiht.
Zypern – Deutschland: Schlussviertel wird zum Testlauf
Im letzten Viertel war der Widerstand der Zyprer gebrochen. Deutschland nutzte die Gelegenheit, verschiedene Line-ups auszuprobieren, ohne die Kontrolle über das Spiel zu verlieren. Der Vorsprung pendelte konstant im Bereich von 18 bis 22 Punkten.
Die Gastgeber hatten kaum noch Energie, während Deutschland konzentriert zu Ende spielte. Am Ende stand ein verdienter 83:64-Erfolg, der trotz des schweren Starts niemals wirklich gefährdet war.
Perfekter Start in die WM-Qualifikation
Mit dem zweiten Sieg im zweiten Spiel liegt Deutschland voll im Soll. Nach dem Auftakterfolg gegen Israel bestätigt der klare Auswärtssieg im Duell Zypern – Deutschland die gute Ausgangslage in der Qualifikationsgruppe.
Im nächsten Qualifikationsfenster warten allerdings wesentlich stärkere Gegner: Kroatien steht am 26. Februar und 1. März 2026 auf dem Programm – zwei Spiele, die für den weiteren Verlauf der Quali richtungsweisend sein werden.
Im Sommer 2026 könnten dann auch die NBA-Stars um Dennis Schröder und Franz Wagner wieder zum Team stoßen, wenn die Rückspiele gegen Israel und Zypern anstehen.
Fazit
Die Partie Zypern – Deutschland war über weite Strecken kein Glanzstück, aber am Ende ein souveräner Pflichtsieg. Die junge deutsche Mannschaft zeigte Reife, steigerte sich entscheidend in Halbzeit zwei und sammelte wertvolle Erfahrung. Der Blick richtet sich nun auf das Topduell gegen Kroatien – dort wird sich zeigen, wie weit das Team auf dem Weg zur WM 2027 wirklich ist.
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