Die 71. Ausgabe der traditionsreichen Fernsehsitzung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ hat am 13. Februar 2026 im Kurfürstlichen Schloss Mainz erneut bewiesen, warum sie als Herzstück der Mainzer Fastnacht gilt. Mit einem Mix aus politischer Satire, musikalischen Highlights und humorvollen Büttenreden zog die Sitzung Jung und Alt in ihren Bann – trotz starker Konkurrenz durch Bundesliga-Übertragungen.
Trommelfeuer und närrische Einstimmung: Schwungvoller Auftakt der Sitzung
Bereits zu Beginn setzten die „Schnorreswackler“ ein energetisches Highlight mit ihrer Trommelnummer, gefolgt von den mitreißenden Tänzen um den Fastnachtsbrunnen. Schnell war klar: Der Abend wird eine gelungene Mischung aus Tradition, Musik und politischer Satire. Die ersten Akteure wie „Handkäs und sei Mussig“ und Jürgen Wiesmann als „Ernst Lustig“ sorgten für ausgelassene Stimmung und kräftige Lacher.
Politische Spitzen in der Bütt: Freiheit und Narrenfreiheit im Fokus
Die Fernsehsitzung punktete erneut mit bissigen politischen Kommentaren. Die weibliche Protokollerin Chrissy Grom zog den Saal mit spitzfindigen Reimen und gesellschaftskritischen Seitenhieben in ihren Bann. Sie thematisierte Verkehrsprobleme in Mainz, EU-Vorgaben und machte deutlich: „Narrenkino kann politisch sein.“
Auch die Symbolfigur „Till“ Florian Sitte setzte auf kritische Inhalte. Mit seinem moralisch-kritischen Plädoyer erinnerte er daran, dass Narrenfreiheit nicht nur Unterhaltung ist, sondern auch Verantwortung für Meinungsvielfalt bedeutet. Seine Aussagen zu antisemitischen Tendenzen in verschiedenen politischen Lagern lösten tosenden Beifall aus.
Rückkehr des Obermessdieners: Andreas Schmitt in Hochform
Ein besonderes Highlight war die Rückkehr von „Obermessdiener“ Andreas Schmitt. Auch körperlich angeschlagen, meisterte der 64-Jährige seine Rolle souverän von einem breiten Stuhl aus. Inhaltlich lieferte er ein pointiertes Plädoyer für Demokratie, Freiheit und Toleranz.
Schmitt sparte nicht an politischen Spitzen – von Donald Trump bis zum rheinland-pfälzischen Bestattungsgesetz. Gleichzeitig kritisierte er Frauenbenachteiligung in der Kirche und die deutsche Bürokratie in satirischem Ton. Mit seiner abschließenden Botschaft:
„Für Freiheit und Demokratie, heute und immerdar,
Standhaft wie der Dom! Helaulujah!“
…erntete er stehende Ovationen vom Publikum.
Musik, Tanz und närrische Vielfalt: Junge Akteure setzen Akzente
Neben politischen Rednern bot die Sitzung zahlreiche musikalische Highlights. Oli Mager, Dobbelbock und der Newcomer Hollebutz mit der Figur „Helga“ sorgten für ausgelassene Stimmung. Das Publikum wurde zudem mit nostalgischen Momenten der Mainzer Hofsänger verwöhnt, die ihren 100. Geburtstag feierten, sowie mit einem Abschied von Hansi Greb als „Hobbes“ nach 45 Jahren Bühnenpräsenz.
Die Mischung aus Jung und Alt, Tradition und Modernität zeigte die Mainzer Fastnacht in voller Bandbreite.
Humor als Antwort auf gesellschaftliche Herausforderungen
Die 71. Fernsehsitzung machte deutlich: Humor und Satire sind die effektivsten Waffen gegen Hass, Groll und politische Extreme. Mit einem gelungenen Mix aus Kokolores, Büttenreden, politischer Kritik und musikalischen Darbietungen blieb „Mainz bleibt Mainz“ seiner Tradition treu, gleichzeitig aber modern und relevant.
Die Zuschauer erlebten einen Abend voller Witz, Pointen und gesellschaftlicher Reflexion – eine Demonstration, dass die Fastnacht in Mainz nicht nur Unterhaltung ist, sondern auch ein Spiegel der Gesellschaft.
Ausstrahlung und Verfügbarkeit
Die Fernsehsitzung wurde am 13. Februar 2026 ab 20:15 Uhr live im ZDF übertragen. Für Zuschauer, die lieber Fußball verfolgen, steht die Sendung anschließend in den Mediatheken zum Abruf bereit.
