Stuttgart, 12. Februar 2026 – Die Mercedes-Benz-Aktie gerät nach den veröffentlichten Geschäftszahlen für 2025 stark unter Druck. Grund sind ein massiver Gewinneinbruch, sinkende Dividenden und die Belastungen durch US-Zölle sowie schwache Absatzmärkte, insbesondere in China. Auch andere deutsche Autobauer wie VW, BMW und Porsche spüren den Abwärtstrend.
Gewinneinbruch trifft Mercedes-Benz hart
Mercedes-Benz meldete für das Geschäftsjahr 2025 einen deutlichen Rückgang des bereinigten operativen Ergebnisses (EBIT) um 40 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Analysten hatten im Schnitt mit 8,4 Milliarden Euro gerechnet. Der Gesamtumsatz sank um 9,2 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro, während das Konzernergebnis fast halbiert auf 5,3 Milliarden Euro fiel.
„Die Zahlen spiegeln die Herausforderungen in unseren Kernmärkten wider, insbesondere die schwache Nachfrage in China und den Druck durch US-Zölle“, erklärte Mercedes-Chef Ola Källenius.
Absatzrückgänge und Margenprobleme
Der Absatz von Pkw sank 2025 um 9,2 Prozent auf 1,8 Millionen Fahrzeuge. Besonders hart traf es den chinesischen Markt mit einem Rückgang von 19 Prozent. In der wichtigsten Sparte Pkw-Bau fiel die bereinigte operative Marge von 8,1 Prozent im Vorjahr auf 5,0 Prozent ab – deutlich unter den Erwartungen der Analysten von 4,8 Prozent.
Für das laufende Geschäftsjahr 2026 rechnet Mercedes in der Pkw-Sparte mit einer bereinigten EBIT-Marge zwischen 3 und 5 Prozent. Eine Rückkehr zur zweistelligen Marge ist laut Unternehmensangaben frühestens 2027 möglich.
Dividende sinkt – Sparprogramm als Ausgleich
Die Dividende für 2025 soll von 4,30 Euro auf 3,50 Euro pro Aktie reduziert werden. Gleichzeitig setzt Mercedes auf ein umfangreiches Sparprogramm. Geplant ist, die Produktionskosten bis 2027 um zehn Prozent zu senken und Fixkosten zu optimieren. Dafür stellt der Konzern rund 1,6 Milliarden Euro für Abfindungen bereit.
„Die Maßnahmen sollen unsere Effizienz steigern und die Profitabilität langfristig sichern“, betonte Källenius.
Einfluss auf den gesamten Automobilsektor
Die Veröffentlichung der Mercedes-Zahlen belastete auch andere deutsche Autobauer. VW-Aktien verloren im XETRA-Handel zeitweise 0,43 Prozent, BMW fiel um 1,48 Prozent und Porsche um 0,51 Prozent. Die Stimmung am Markt zeigt, dass die Herausforderungen für Mercedes die Anleger auch bei Wettbewerbern verunsichern.
Experten sehen den Rückgang der Pkw-Marge als Hauptgrund für die negative Marktreaktion. Die obere Zielspanne von 5 Prozent lag unter den Konsenserwartungen von 5,7 Prozent.
Ausblick für 2026: Vorsichtige Optimismus
Für 2026 plant Mercedes-Benz einen stabilen Absatz auf Vorjahresniveau. Das bereinigte operative Ergebnis soll jedoch steigen, da einmalige Kosten aus dem Vorjahr nicht erneut in dieser Höhe anfallen. Gleichzeitig belastet der Abbau von Arbeitsplätzen weiterhin den Mittelzufluss, vor allem im Industriegeschäft.
„Wir sind bereit für 2026. Mit einem klaren Plan, einem wettbewerbsfähigen Produktportfolio und Fokussierung auf Effizienz treiben wir die Transformation konsequent voran“, sagte Källenius.
Fazit
Die Zahlen für 2025 zeigen, wie stark globale Unsicherheiten wie US-Zölle, der schwache Dollar und rückläufige Nachfrage in China die Profitabilität deutscher Autobauer belasten. Während Mercedes-Benz mit Sparprogrammen und strategischer Planung reagiert, bleibt der Ausblick vorsichtig. Der Markt bewertet diese Herausforderungen als Signal für den gesamten Automobilsektor in Deutschland.
