Aufstrebender Biathlon-Star Sivert Guttorm Bakken mit 27 Jahren verstorben

Bakken

Lavazè, Italien — Die Biathlon-Welt steht unter Schock nach dem plötzlichen und tragischen Tod des norwegischen Athleten Sivert Guttorm Bakken, 27, der am 23. Dezember 2025 während eines Trainingslagers in Lavazè, Norditalien, tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden wurde. Bakken, ein hochgeschätzter und talentierter Athlet, war kürzlich nach einer schweren gesundheitlichen Krise zurückgekehrt und erreichte wieder Bestleistungen – was seinen Tod für Fans, Teamkollegen und die internationale Wintersportgemeinschaft umso tragischer macht.

Eine vielversprechende Karriere, die abrupt endete

Geboren 1998 in Lillehammer, Norwegen, stieg Bakken mit Ehrgeiz und Talent in die internationale Biathlon-Szene auf. Er gab sein World-Cup-Debüt im Januar 2021 und etablierte sich schnell als ernstzunehmender Konkurrent. Sein größter Erfolg war der Sieg beim 15-km-Massenstart in Holmenkollen im März 2022, ein Meilenstein, der sein hohes Potenzial unterstrich.

Seine Karriere wurde jedoch 2022 durch eine Myokarditis unterbrochen, eine Herzmuskelentzündung, die ihn längere Zeit vom Wettkampf fernhielt. Nach medizinischer Rehabilitation kehrte Bakken Ende 2024 erfolgreich zurück und erzielte im World-Cup-Winter 2025–26 erneut starke Ergebnisse, wobei er zu den wichtigsten Athleten Norwegens gehörte.

Zum Zeitpunkt seines Todes galt er weiterhin als starker Anwärter für das norwegische Team bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Mailand-Cortina, ein Ziel, das seine Trainings- und Wettkampfplanung in den letzten Monaten dominierte.

Umstände seines Todes noch unklar

Bakken wurde bewusstlos in seinem Hotelzimmer aufgefunden, wo er sich mit seinen Teamkollegen während eines Höhenlagers aufhielt. Trotz schneller Notfallmaßnahmen konnte er nicht mehr gerettet werden. Offiziell wurde die Todesursache bisher nicht bekanntgegeben, und die Behörden in Italien und Norwegen arbeiten eng in einer umfassenden Untersuchung zusammen.

Ermittler stellten fest, dass Bakken eine hypoxische Trainingsmaske trug, ein Gerät, das die Sauerstoffzufuhr reduziert und so Bedingungen in großer Höhe simuliert. Berichte legen nahe, dass die Maske möglicherweise auf eine Höhe von 7.000 Metern über dem Meeresspiegel eingestellt war – weit über normalen Trainingsbedingungen. Es ist bislang unklar, ob dies zum Zeitpunkt seines Todes aktiv war oder eine Rolle spielte.

Der norwegische Biathlon-Verband betonte, dass die Maske nicht Teil des offiziellen Trainingsprogramms war. Sowohl der Verband als auch Bakkens Familie haben juristischen Beistand hinzugezogen, um die Zusammenarbeit mit den Behörden zu koordinieren.

Reaktionen von Verband und Community

Die Biathlon-Community zeigte sich tief betroffen und sprach ihr Mitgefühl aus. Auch die Internationale Biathlon-Union (IBU) äußerte Bestürzung über den Verlust des jungen Athleten, der durch sein Talent, seinen Kampfgeist und seine Leidenschaft für den Sport beeindruckte. Die IBU hob besonders Bakkens sportliche Erfolge sowie seine beeindruckende Rückkehr nach gesundheitlichen Problemen hervor.

In Norwegen sprachen der nationale Biathlon-Verband und Teamkollegen ihr Beileid aus und hoben Bakkens Beiträge zum Team und seine warme Persönlichkeit hervor. Beide Organisationen baten die Öffentlichkeit und Medien, bis zum Abschluss der Untersuchung auf Spekulationen zu verzichten.

Ex-Freundin und Teamkollegen ehren sein Andenken

In einem bewegenden Tribut nahmen die norwegischen Biathleten Juni Arnekleiv, Bakkens ehemalige Partnerin, und Mats Överby am World Team Challenge in Gelsenkirchen teil und widmeten ihre Leistungen dem verstorbenen Kollegen. Arnekleiv beschrieb die Zeit seit seinem Tod als „ganz anders und sehr traurig“ und erklärte, dass ihre Teilnahme sein Leidenschaft für den Sport und seinen Glauben an Ausdauer ehren sollte.

Die emotionale Atmosphäre bei der Veranstaltung verdeutlichte den tiefen Einfluss, den Bakken auf seine Teamkollegen hatte – sowohl als Athlet als auch als Mensch.

Sicherheitsdiskussionen im Biathlon

Bakkens Tod löste Diskussionen über die Sicherheit von Athleten, insbesondere im Umgang mit Höhensimulationsgeräten, aus. Die norwegische Olympische und Paralympische Kommission, Olympiatoppen, empfahl vorübergehend, solche Geräte nur eingeschränkt zu nutzen, bis die Untersuchung abgeschlossen ist. Diese Vorsichtsmaßnahme soll Risiken minimieren und Unsicherheiten beseitigen, ohne eine direkte Ursache anzunehmen.

Sportwissenschaftler betonen, dass simuliertes Höhen-Training zwar Vorteile für Ausdauersportler bieten kann, jedoch streng überwacht und medizinisch begleitet werden muss. Bakkens Fall könnte zu einer Überprüfung von Richtlinien und Sicherheitsstandards für derartige Trainingsmethoden führen.

Ein bleibendes Vermächtnis

Während die Untersuchung weiterläuft, denkt die Biathlon-Welt an Sivert Guttorm Bakken, einen Athleten, dessen Karriere von Talent, Ausdauer und Mut geprägt war. Seine Erfolge, Herausforderungen und Beziehungen zu Teamkollegen bleiben in Erinnerung und zeigen sowohl die Freuden als auch die Risiken des Spitzensports.

Bakkens Vermächtnis lebt nicht nur in Statistiken und Rennergebnissen weiter, sondern vor allem im Herzen derer, die er inspiriert hat – ein Leben, das trotz offener Fragen und Trauer gefeiert wird.