Historischer Tag im Alpinen Skisport: Riesenslalom in Semmering und Super‑G-Debüt in Livigno erschüttern den Weltcup

Alpinen Skisport

SEMMERING (AUT) / LIVIGNO (ITA) — Der Alpinen Ski-Weltcup 2025/26 lieferte am Samstag, den 27. Dezember, eines der spannendsten Doppelveranstaltungen der Saison. Der Riesenslalom der Damen in Semmering und der Super‑G der Herren in Livigno fesselten Wintersportfans und Medien weltweit. Diese Rennen markieren den Höhepunkt intensiver Vor-Olympischer Aktivitäten und verdeutlichen dramatische Storylines über Nationen und Disziplinen hinweg.

Riesenslalom in Semmering: Verschiebung der Kräfteverhältnisse bei den Damen

Am Morgen in Semmering, Österreich, fand der Riesenslalom der Damen — eine der wichtigsten technischen Disziplinen — bei klarem Winterwetter statt. Die Panorama-Strecke, die in dieser Saison nach organisatorischer Unsicherheit erneuert wurde, forderte die Eliteathletinnen heraus, während sie wichtige Weltcup-Punkte in einer eng umkämpften Disziplinwertung sammelten.

Von Beginn an setzte Sara Hector (SWE) mit ihrer olympischen Erfahrung und Präzision ein frühes Ausrufezeichen und legte ein starkes Eröffnungssegment hin, das sie an die Spitze brachte. Julia Scheib (AUT), zweimalige Riesenslalomsiegerin dieser Saison, lieferte eine solide Zeit und blieb eine ernsthafte Anwärterin auf den Sieg.

Die größte Überraschung war der vorzeitige Ausfall von Alice Robinson (NZL), der aktuellen Disziplinenführerin. Sie verlor die Kontrolle auf einer entscheidenden Linkskurve und schied aus, was das Zwischenklassement sofort veränderte und Spannung erzeugte.

Auch Mikaela Shiffrin (USA) zeigte eine gemischte Leistung: stark im oberen Streckenabschnitt, verlor sie später etwas an Tempo und belegte vorläufig den sechsten Platz, über eine Sekunde hinter den Spitzenzeiten.

Unter den Italienerinnen überzeugte Lara Colturi mit einem aggressiven und sauberen Lauf, der sie in Schlagdistanz zur Spitze hielt, während Sofia Goggia und Lara Della Mea gegen ein starkes Teilnehmerfeld kämpften.

Mit dem zweiten Durchgang am frühen Nachmittag steigt die Spannung auf mögliche Überraschungen, sodass der Riesenslalom als entscheidender Wendepunkt vor den Olympischen Spielen 2026 gilt.

Super‑G in Livigno: Ein neues Kapitel im Weltcup

Zur gleichen Zeit schrieb Livigno (ITA) Geschichte, indem die Stadt erstmals einen Super‑G der Herren im Weltcup auf der Li-Zeta-Strecke austrug. Dies stellt eine bedeutende Erweiterung der italienischen Wintersportinfrastruktur in einer Saison dar, die von den bevorstehenden Olympischen Winterspielen Milano-Cortina 2026 geprägt ist, bei denen Livigno als wichtiger Austragungsort für Freestyle und Snowboard dient.

Die Strecke kombiniert steile technische Passagen mit fließenden Abschnitten – entwickelt, um die Athleten herauszufordern und den Zuschauern ein dynamisches Rennen zu bieten.

Neun italienische Athleten gingen an den Start, darunter erfahrene Profis wie Dominik Paris, Christof Innerhofer und Mattia Casse, sowie Nachwuchsathleten, die ihre Saison frühzeitig prägen wollen.

Mit ihrem einzigartigen Layout und den Bedingungen in großer Höhe könnte der Super‑G in Livigno die Speed-Disziplin-Wertungen entscheidend beeinflussen. Das Aufeinandertreffen etablierter Weltcup-Teilnehmer mit aufstrebenden Talenten unterstreicht die Bedeutung dieses Rennens.

Gesamtzusammenhang und Saisondynamik

Die gleichzeitigen Veranstaltungen zeigen, wie intensiv die Saison 2025/26 im Weltcup sowohl in den technischen als auch in den Speed-Disziplinen wird. Anfang Dezember sicherte sich Sofia Goggia ihren ersten Super‑G-Sieg der Saison und setzte sich vor Alice Robinson (NZL) und der US-Legende Lindsey Vonn durch.

Bei den Herren gewann der norwegische Ausnahmeskifahrer Atle Lie McGrath einen spektakulären Slalom in Alta Badia und bewies seine Vielseitigkeit. Seine Dynamik sorgt für zusätzliche Spannung beim Super‑G in Livigno, wo Gesamtwertungen und olympische Vorbereitungen aufeinandertreffen.

Von Österreich bis Italien balancieren die Athleten Weltcup-Ambitionen mit strategischer Vorbereitung für die Olympischen Spiele 2026 in Milano-Cortina. Diese Veranstaltungen bilden die Brücke zwischen wichtigen Wettkampfabschnitten: Die Festtagrennen festigen Form und Selbstvertrauen, während die Olympischen Ziele immer näher rücken.

Wie Fans live dabei sein können

Zuschauer in Europa und weltweit können den zweiten Durchgang des Riesenslaloms und den Super‑G live im Fernsehen verfolgen. In Italien übertragen Rai 2, RaiSport HD sowie Streaming-Plattformen wie RaiPlay, Eurosport 1 und Discovery+ die Rennen. In Deutschland bieten ARD und ZDF umfassende Weltcup-Berichterstattung und garantieren so große Sichtbarkeit für die heutigen Schlüsselrennen.