Tesero, Italien – 10. Februar 2026 – Laura Gimmler, eine der größten Hoffnungen im deutschen Langlaufteam, hat vor ihrem Olympia-Auftakt offen über ihre Ängste gesprochen. Die 32-Jährige bereitet sich auf den Klassik-Sprint vor, der am Dienstag um 9:15 Uhr startet. Trotz hoher Erwartungen zeigt sich die Oberstdorferin menschlich und reflektiert.
Mischung aus Selbstbewusstsein und Angst
Im Gespräch vor ihrem Wettkampf sagte Gimmler:
„Es ist eine Mischung aus Selbstbewusstsein, Vorfreude und ein bisschen Angst, die sich über den Tag abwechselt.“
Die Sportlerin betont, dass jeder Athlet vor einem großen Wettkampf ähnliche Gefühle empfindet:
„Jeder, der hier steht und viel vorhat, hat irgendwo ein bisschen Angst. Wer es nicht zugibt, ist nicht ehrlich. Das ist nicht die blanke Angst, aber manchmal flammt eine kleine Angst auf – vor der persönlichen Enttäuschung.“
Nach ihrer bisher erfolgreichsten Saison und dem zweiten Platz im Weltcup-Sprint in Goms (Schweiz) sind Gimmlers Erwartungen hoch. Dennoch zeigt sie, dass sie ihre Ängste bewusst annimmt und damit umgeht.
Persönliche Entwicklung stärkt mentale Stärke
Gimmler reflektiert über ihre Entwicklung in den letzten Jahren:
„Inzwischen bin ich in meiner Persönlichkeit sehr gewachsen, bin ruhiger geworden und kann negative Gedanken gut wegschieben.“
Ein wichtiger Faktor ist auch die positive Teamatmosphäre. Ihre Zimmerkollegin Coletta Rydzek, ebenfalls eine Medaillenhoffnung, sorgt laut Gimmler für gute Stimmung:
„Dazu habe ich eine gute Zimmerkollegin, da kommt eigentlich immer eine gute Stimmung auf.“
Coletta Rydzek: Angst als Motivation
Auch Coletta Rydzek, Schwester von Kombinierer Johannes Rydzek, spricht offen über das Gefühl der Angst vor dem Sprint:
„Man muss Angst haben, um auch mutig zu sein. Es ist nicht unbedingt ein negatives Gefühl. Schlecht ist es, es wegzudrücken. Man muss es einfach akzeptieren und das Beste daraus machen.“
Die beiden deutschen Athletinnen kämpfen nicht nur um persönliche Medaillen, sondern treten in Team-Events wie dem Team-Sprint gemeinsam an. Nach ihrem Sieg bei der Generalprobe in Goms zählen Gimmler und Rydzek zu den Favoritinnen für Gold.
Olympia: Sprint als Höhepunkt für deutsche Langlauf-Hoffnungen
Gimmler tritt zunächst im Einzel-Sprint an, eine Woche später kämpfen sie und Rydzek gemeinsam im Team-Sprint. Nach den bisherigen Erfolgen im Weltcup und den starken Leistungen bei internationalen Wettkämpfen steigt die Erwartungshaltung deutlich.
Doch die beiden Langläuferinnen zeigen, dass mentale Stärke genauso entscheidend ist wie körperliche Fitness. Das offene Ansprechen von Angst wird dabei als Schlüssel für Erfolg gesehen.
Fazit: Angst als Teil des Erfolgs
Laura Gimmler und Coletta Rydzek demonstrieren, dass Angst nicht Schwäche bedeutet, sondern Teil eines Leistungssports ist. Wer diese Gefühle akzeptiert und konstruktiv nutzt, steigert die Chancen auf Medaillen. Für das deutsche Team im Olympia-Sprint sind die beiden Athletinnen sowohl Hoffnungsträger als auch Vorbilder für mentale Stärke.
