AOK-Warnstreik in Niedersachsen und Bremen: Verdi erhöht Druck in Tarifrunde – Was Versicherte wissen müssen

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Niedersachsen/Bremen, 9. Februar 2026 – Die Beschäftigten der AOK treten am kommenden Donnerstag in einen Warnstreik. Betroffen sind vor allem AOK-Standorte in Niedersachsen und Bremen. Die Gewerkschaft Verdi hat die Arbeitsniederlegung im Rahmen der laufenden Tarifrunde angekündigt. Ziel ist es, den Druck auf die Arbeitgeberseite in den Tarifverhandlungen zu erhöhen.

Warnstreik am Donnerstag: Wo es zu Einschränkungen kommt

Die Gewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der AOK in den beiden Bundesländern zu einem Warnstreik aufgerufen, der am Donnerstag stattfinden soll. Versicherte müssen an diesem Tag mit längeren Wartezeiten oder Einschränkungen bei Beratungen und Serviceleistungen rechnen. Verdi will mit dem Arbeitsausstand ein klares Signal an die AOK-Tarifgemeinschaft senden.

Nach Auskunft der AOK Niedersachsen bemüht sich der Kundenservice, so gut wie möglich geöffnet zu bleiben. Dennoch können Wartezeiten am Telefon oder bei persönlichen Terminen auftreten. Auch die AOK Bremen/Bremerhaven teilte mit, dass es zu Einschränkungen bei persönlichen Beratungen kommen könne. Kleinere Geschäftsstellen könnten an diesem Tag vorübergehend geschlossen bleiben.

Hintergrund: Tarifverhandlungen ohne Ergebnis

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der gesetzlichen Krankenkassen, darunter die AOK, verliefen bislang ohne Durchbruch. Die erste Runde Mitte Januar in Berlin endete ohne Ergebnis, weil die Arbeitgeber bislang kein konkretes Angebot vorgelegt haben. Verdi fordert in der laufenden Auseinandersetzung für die bundesweit rund 55.000 AOK-Beschäftigten eine Lohnerhöhung von 7,5 % bzw. mindestens 375 Euro mehr pro Monat.

Die zweite Verhandlungsrunde ist für nächste Woche am Dienstag und Mittwoch angesetzt. Sollte auch diese Runde ohne ausreichenden Fortschritt bleiben, könnte sich die Arbeitskampfmaßnahme noch weiter ausdehnen.

Auswirkungen für Versicherte

Für die Versicherten der AOK bedeutet der Warnstreik, dass an den betroffenen Tagen Bestellungen, Beratungen oder Anfragen länger dauern können. Besonders betroffen sind Termine zur persönlichen Beratung, die eventuell verschoben oder zeitlich verzögert werden müssen.

Die AOK-Regionen haben betont, dass sie versuchen, die Auswirkungen so gering wie möglich zu halten und wichtige Dienstleistungen weiterhin anzubieten – etwa über Telefon oder Online-Servicekanäle –, auch wenn dort Verzögerungen auftreten können.

Was Verdi fordert – und warum die Auseinandersetzung wichtig ist

Verdi setzt in diesem Tarifstreit auf eine deutliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Die Forderungen zielen auf eine spürbare Verbesserung der Löhne und Gehälter, um der steigenden Inflation und wachsenden Lebenshaltungskosten Rechnung zu tragen. Gewerkschaftsvertreter sehen in der Lohnentwicklung einen zentralen Faktor für die Attraktivität öffentlicher Dienstleistungen – insbesondere im Gesundheitswesen.

Die Tarifrunde für die AOK-Beschäftigten ist Teil einer breiteren Welle von Tarifverhandlungen, die derzeit in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Dienstes stattfinden. Auch dort rufen Gewerkschaften zu Warnstreiks auf, um Druck zu machen und die Arbeitgeberseite zu bewegen, bessere Angebote vorzulegen.

Landesweite Warnstreiks und erweiterter Kontext

Parallel zu den Arbeitsniederlegungen bei der AOK sind in Niedersachsen und Bremen auch weitere Warnstreiks im öffentlichen Dienst im Gange. Dies betrifft etwa Unikliniken, Landesstraßenbauverwaltungen und Hochschulbereiche, bei denen Beschäftigte ebenfalls ihre Arbeit niedergelegt haben, um Forderungen nach besseren Arbeitsbedingungen durchzusetzen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert hier ebenfalls unter anderem 7 % mehr Gehalt oder mindestens 300 Euro mehr pro Monat für die Beschäftigten – ein Anliegen, das sich über verschiedene Sektoren erstreckt. Bei diesen Warnstreiks gibt es Kundgebungen in Hannover und Bremen, um den Druck auf die Arbeitgeber weiter zu erhöhen.

So geht es weiter: Nächste Verhandlungsrunde

Die nächste Tarifverhandlungsrunde zwischen Verdi und der AOK-Tarifgemeinschaft ist für Dienstag und Mittwoch der kommenden Woche geplant. Sollte auch diese Runde ohne Fortschritt bleiben, könnten weitere Streiks oder Arbeitsniederlegungen folgen.

Verdi sieht den Warnstreik als strategisches Mittel, um die Arbeitgeberseite zu einem verbesserten Angebot zu bewegen. Für viele Beschäftigte geht es um die Frage, wie die steigenden Lebenshaltungskosten und die Belastungen im Arbeitsalltag abgefedert werden können.

Fazit: Warnstreik trifft Versicherte – Tarifstreit bleibt spannend

Der Warnstreik der AOK-Beschäftigten in Niedersachsen und Bremen ist ein deutliches Signal im Tarifkampf der Krankenkassenbranche. Während Verdi auf spürbare Lohnerhöhungen und mehr Anerkennung für die Arbeit seiner Mitglieder pocht, warnen die Krankenkassen vor möglichen Einschränkungen im Service.

Versicherte sollten sich darauf einstellen, dass an diesem Donnerstag etwas längere Wartezeiten bei Telefonaten oder Beratungen auftreten können, auch wenn die AOK bemüht ist, die Auswirkungen zu minimieren. Die kommenden Verhandlungsrunden in der nächsten Woche werden zeigen, ob beide Seiten zu einem Kompromiss finden oder ob der Arbeitskampf sich weiter verschärft.