Washington/Berlin – Wer in die USA reisen möchte, könnte schon in Kürze deutlich mehr persönliche Daten preisgeben müssen. Eine geplante Änderung der US-Einreisebestimmungen sieht vor, dass auch Touristen umfangreiche digitale Informationen angeben sollen. Betroffen ist vor allem das ESTA-Verfahren, das viele Reisende aus Deutschland für visumfreie Aufenthalte nutzen.
Social Media, E-Mails und Familiendaten im Fokus
Nach der neuen Regelung sollen Antragsteller künftig verpflichtet sein, ihre Social-Media-Konten der letzten fünf Jahre anzugeben. Dazu zählen Profile auf Plattformen wie X, Facebook oder Instagram. Zusätzlich könnten E-Mail-Adressen der vergangenen zehn Jahre sowie Telefonnummern der letzten fünf Jahre abgefragt werden.
Besonders sensibel: Auch persönliche Daten von Familienangehörigen, darunter Namen, Geburtsdaten, Anschriften und Kontaktdaten, sollen Teil des Antrags werden. Bisher waren viele dieser Angaben freiwillig oder wurden gar nicht erhoben.
Was ist ESTA – und wer ist betroffen?
Das ESTA-Programm (Electronic System for Travel Authorization) ermöglicht Bürgern ausgewählter Länder, darunter Deutschland, eine visumfreie Einreise in die USA für bis zu 90 Tage. Die Genehmigung gilt in der Regel zwei Jahre und erlaubt mehrere Reisen. Es handelt sich dabei nicht um ein klassisches Visum, sondern um eine elektronische Sicherheitsprüfung vor Reiseantritt.
Begründung: Nationale Sicherheit
Die US-Regierung begründet die geplanten Maßnahmen mit dem Schutz vor Terrorismus und anderen Gefahren für die nationale Sicherheit. In den vergangenen Monaten wurden bereits Visa-Regeln für Studierende und Fachkräfte verschärft, nun rücken auch Urlauber stärker in den Fokus.
Datenschützer schlagen Alarm
In Deutschland stoßen die Pläne auf Kritik. Datenschützer warnen vor einer unverhältnismäßigen Datensammlung. Reisende müssten sorgfältig abwägen, ob sie bereit seien, US-Behörden derart umfangreiche persönliche Informationen zur Verfügung zu stellen.
Besonders umstritten ist, dass laut Diskussionen sogar biometrische Daten wie DNA-Proben künftig an der Grenze erhoben werden könnten – auch wenn dazu bislang keine verbindliche Entscheidung vorliegt.
Was Reisende jetzt wissen sollten
- Die Einspruchsfrist gegen die neue Regelung endet in Kürze
- Eine Umsetzung könnte kurzfristig erfolgen
- Betroffen wären auch reine Urlaubsreisen
- Ohne vollständige Angaben droht eine Ablehnung des ESTA-Antrags
Ausblick: Reisen in die USA werden komplizierter
Sollten die neuen Vorgaben in Kraft treten, dürfte die USA-Reise für viele Deutsche aufwendiger und sensibler werden. Ob die strengeren Regeln tatsächlich umgesetzt werden und in welchem Umfang, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die Einreise in die Vereinigten Staaten wird zunehmend zur digitalen Vertrauensfrage.
