VAR-Frust beim 1. FC Köln: Kessler in Privataudienz beim Schiri nach Leipzig-Pleite

köln – rb leipzig

Der 1. FC Köln erlebt kurz vor Karneval einen bitteren Rückschlag. Beim Heimspiel gegen RB Leipzig unterlagen die Geißböcke mit 1:2 – und die Fans sowie Verantwortlichen sind vor allem über eine VAR-Entscheidung empört.

Jan Thielmanns Elfmeterchance sorgt für Aufruhr

In der 77. Minute hätte Köln das 2:2 erzielen können. Jan Thielmann zog ab, doch Leipzigs Christoph Baumgartner blockte den Ball mit der Hand knapp vor der Torlinie. Die Kölner erwarteten einen Elfmeter, doch nach mehreren Minuten prüfender VAR-Eingriffe entschied Schiedsrichter Frank Willenborg überraschend auf Abseits gegen Köln.

Die Abseitsentscheidung stützte sich darauf, dass Sebulonsen bei der Ballabgabe von Jakub Kaminski minimal im Abseits gestanden haben soll, obwohl David Raum den Ball vorher nach außen geköpft hatte.

Spieler und Trainer reagieren enttäuscht

Kölns Mittelfeldspieler Tom Krauß zeigte sich fassungslos:

„Wenn ich sowas sehe, ist das sehr schwer nachzuvollziehen. Es ist nicht das erste Mal, dass solche Entscheidungen uns treffen. Ein Punkt wäre enorm wichtig gewesen, und jetzt verlieren wir. Es ist einfach bitter.“

Trainer Lukas Kwasniok kommentierte die Szene ebenfalls kritisch:

„Die Problematik war die subjektive Bewertung, ob der Kopfball von David Raum kontrolliert war oder nicht. Jeder, der mal am Kopfballpendel war, kann einschätzen, dass das schwierig zu beurteilen ist. Das ist einfach bitter.“

Auch Eric Martel nannte die Entscheidung unverständlich:

„Das sieht aus, als ob die Linie einfach gezogen wurde. Das muss irgendwie anders geregelt werden. Für mich war es klarer Elfmeter.“

Thomas Kessler holt sich Erklärungen in Privataudienz

Nach dem Spiel suchte Sportchef Thomas Kessler das direkte Gespräch mit Schiedsrichter Willenborg. Dabei erklärte der Unparteiische die Entscheidung: David Raum habe den Ball nicht kontrolliert geklärt, daher gelte Sebulonsens Position als Abseits.

Kessler bezeichnete die Verkettung von Handspiel, Abseits und VAR-Prüfung als komplex:

„Ich musste mir das in einer Privataudienz erklären lassen. Es ist erlaubt, aber sechs Minuten Prüfen, um dann alleine zu entscheiden, ist schwer nachvollziehbar.“

VAR bleibt umstritten

Die Entscheidung sorgt einmal mehr für Diskussionen über die Rolle des VAR im Fußball. Krauß kritisierte, dass ähnliche Situationen bei anderen Spielen unterschiedlich bewertet würden. Die Fans und Spieler sehen sich in vielen Fällen einer subjektiven Auslegung der Regeln ausgesetzt, die den Spielverlauf entscheidend beeinflussen kann.

Fazit: Bittere Niederlage und Diskussionen um VAR

Die 1:2-Niederlage gegen RB Leipzig trifft Köln kurz vor Karneval besonders hart. Neben dem Punktverlust sorgt vor allem die VAR-Entscheidung für Unmut bei Spielern, Verantwortlichen und Fans. Kesslers Privataudienz beim Schiedsrichter zeigt, wie kompliziert und undurchsichtig solche Szenen mittlerweile für die Vereine geworden sind.