In den Epstein‑Akten, die seit Anfang 2026 vom US‑Justizministerium veröffentlicht werden, rückt eine Frau besonders stark ins öffentliche Interesse: Karyna Shuliak, die als Jeffrey Epsteins letzte bekannte Partnerin gilt. Neue Dokumente werfen ein Licht auf ihre Beziehung zu dem verurteilten Sexualstraftäter sowie auf seinen letzten Willen und seine Vermögensplanung. Die Hintergründe dazu sind teils bizarr, teils rechtlich komplex – und noch längst nicht vollständig geklärt.
Wer ist Karyna Shuliak?
Karyna Shuliak stammt ursprünglich aus Weißrussland und kam im Jahr 2009 in die USA. Dort soll sie bald in den persönlichen und sozialen Kreis von Jeffrey Epstein gelangt sein – möglicherweise kurz nach seiner ersten Haftstrafe. Shuliak war als Zahnärztin ausgebildet und ist mehrfach als Epsteins langjährige Lebensgefährtin und engste Vertraute beschrieben worden. Sie war Berichten zufolge die letzte Person, mit der Epstein am Telefon sprach, bevor er im August 2019 in seiner New Yorker Haftzelle starb.
Berichte aus den Akten zeichnen ein widersprüchliches Bild ihrer Persönlichkeit:
- Einige Insider berichten, sie habe den Spitznamen „the inspector“ gehabt, weil sie Epsteins Kontakte und Aktivitäten sehr genau zu verfolgen schien.
- Andere Quellen beschreiben sie als ruhig und zurückhaltend.
Über Shuliaks berufliche Tätigkeit ist wenig außerhalb der Akten bekannt. Sie soll eine zahnärztliche Zulassung in den USA besessen haben, diese aber später nicht mehr aktiv genutzt haben.
Epsteins Trust und das geplante Erbe
Zwei Tage vor seinem Tod unterzeichnete Epstein im August 2019 ein Testament bzw. eine entsprechende Trust‑Vereinbarung, die detailliert regelt, wie sein Vermögen verteilt werden sollte. Darin wurde Shuliak prominent genannt:
- $50 Millionen USD wurde ihr in bar zugesprochen.
- Sie sollte Luxusimmobilien erhalten, darunter sein Anwesen in Manhattan, ein Haus in Paris, die Zorro‑Ranch in New Mexico sowie die Inseln Little Saint James und Great Saint James auf den US‑Virgin Islands.
- Außerdem plante Epstein, ihr einen 33‑Karat‑Diamantring „in contemplation of marriage“ zu überlassen – ein Begriff, der im Zusammenhang mit einem geplanten Eheversprechen steht.
Damit wäre Shuliak einer der größten Einzelbegünstigten des Trusts gewesen, der insgesamt mehr als 40 Personen umfassen sollte und ursprünglich Vermögenswerte in Milliardenhöhe einbezog. Einige Dokumente zeigen auch Gelder für Epsteins Anwalt, seinen Buchhalter sowie seine ehemalige Vertraute Ghislaine Maxwell.
Was wurde letztlich ausgezahlt?
Der ursprüngliche Plan, wie er im Willen und Trust formuliert wurde, wurde nicht vollständig umgesetzt. Nach Epsteins Tod ging sein Vermögen nicht direkt an die Begünstigten, sondern wurde in einen Trust für Opferentschädigungen und zur Deckung von Rechtskosten überführt. Laut aktuell verfügbaren Unterlagen sind noch etwa 127 Millionen USD des ursprünglichen Vermögens in Gerichtsverfahren in den US Virgin Islands gebunden.
Bisher hat Shuliak nachweislich keinen Großteil der ursprünglich vorgesehenen Zuwendungen erhalten. Ihre tatsächlichen Einkünfte aus dem Estate Trust sowie ihr aktuelles Vermögen sind nicht öffentlich detailliert bestätigt und hängen von laufenden Rechtsprozessen ab.
Gibt es ein Kind? Spekulationen vs. Fakten
Ein brisanter Aspekt, der im Zuge der Aktenveröffentlichung die Runde macht, ist ein angebliches E‑Mail von Sarah Ferguson, der ehemaligen Herzogin von York. In dieser soll sie Epstein zur Geburt eines Sohnes gratuliert haben – doch weder der Vater noch die Mutter dieses Kindes wurden jemals bestätigt. In den Nachrichten stehen weder Shuliak noch eine andere Frau eindeutig als Mutter dieses angeblichen Kindes. Experten betonen daher, dass diese Behauptung nicht belegt ist.
Epstein gilt öffentlich nicht als Vater eines Kindes, und es gibt bis heute keine verlässlichen Beweise, dass er eines hatte. Die E‑Mail selbst wurde nie offiziell verifiziert und könnte Fehlinterpretationen enthalten.
Beziehung, Kritik und öffentlicher Fokus
Shuliak und Epstein sollen über rund acht bis zehn Jahre eine Beziehung geführt haben, die trotz Epsteins kontroverser Vergangenheit – inklusive einer Verurteilung wegen sexueller Vergehen gegen Minderjährige – andauerte. Einige Beobachter haben diese Verbindung als ungewöhnlich oder problematisch charakterisiert.
Epsteins Tod durch Suizid im August 2019 blieb umstritten und hat viele Verschwörungstheorien angezogen, jedoch auch keine offiziellen Ermittlungen ergeben, dass ein Mord stattgefunden hat. Die Beziehung Shuliaks zu Epstein und ihre Rolle in seinem Leben werden weiterhin genau untersucht, auch weil sie die letzte bekannte Person war, mit der er Kontakt hatte, bevor er starb.
Fazit: Ein Erbe voller Fragezeichen
Die neue Offenlegung der Epstein‑Akten hat viele zuvor unbekannte Details ans Licht gebracht – darunter, dass Jeffrey Epstein plante, seiner langjährigen Partnerin Karyna Shuliak ein enormes Vermögen und wertvolle Besitztümer zu hinterlassen. Trotz dieser Dokumente bleibt vieles unklar: Was sie tatsächlich aus dem Trust bekommen wird, ob es ein Kind gibt und wie tief ihre Verbindungen wirklich waren, ist derzeit nicht abschließend geklärt. Die juristischen Auseinandersetzungen um Epsteins Vermögen gehen weiter, und Shuliaks Rolle darin bleibt ein zentrales Element der fortlaufenden Debatte um das Erbe eines der umstrittensten Männer der jüngeren Geschichte.
