Nordrhein-Westfalen, 2. Februar 2026 – Pendler und Reisende in NRW müssen sich am Montag auf massive Einschränkungen im Nahverkehr einstellen. Die Gewerkschaft Verdi hat Beschäftigte der kommunalen Verkehrsbetriebe zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen. Busse und Stadtbahnen werden in vielen Städten nicht fahren, während S-Bahnen und Regionalzüge von dem Streik weitgehend unberührt bleiben.
Streikgebiet und betroffene Städte
Der Warnstreik betrifft nahezu alle größeren Städte in NRW, darunter Köln, Düsseldorf, Dortmund, Duisburg, Oberhausen, Gelsenkirchen und Bielefeld. Ausnahmen bilden einzelne Verkehrsbetriebe wie die Aachener Aseag, die nicht in die Tarifverhandlungen involviert sind.
In Dortmund bleiben beispielsweise sämtliche Stadtbahn- und Buslinien sowie die H-Bahn bis in die frühen Morgenstunden des Folgetages eingestellt. Auch im Kreis Recklinghausen sind zahlreiche Linien von Ausfällen betroffen, darunter SB24, SB25, E-Wagen 39, 43, 201, 202, 204, 212, 214, 219, 234, 256, 260, 261, 262, 264 und 294 sowie der Expressbus X42.
Grund des Streiks: Arbeitsbedingungen und Zuschläge
Verdi fordert eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 39 Stunden bei vollem Lohnausgleich. Zudem sollen die Ruhezeiten zwischen zwei Schichten von zehn auf elf Stunden erhöht werden. Auch die Zuschläge für Sonntagsarbeit sollen von 25 auf mindestens 40 Prozent steigen.
„Die Belastung im ÖPNV ist seit Jahren extrem hoch“, erklärt Heinz Rech, Verhandlungsführer von Verdi NRW. „Schichtdienste, Zeitdruck und Personalmangel treiben viele Beschäftigte an ihre Grenzen.“ Der Streik sei ein klares Signal an die Arbeitgeber, endlich auf die Forderungen einzugehen.
Auswirkungen auf Pendler und Verkehr
Pendler müssen mit erheblichen Verspätungen und Ausfällen rechnen. Der ADAC empfiehlt, Fahrten außerhalb der Stoßzeiten (7–9 Uhr und 16–18 Uhr) zu planen oder auf Homeoffice zurückzugreifen. Besonders auf Hauptverkehrsachsen drohen Staus, da viele Arbeitnehmer auf das Auto umsteigen werden.
Schulen und Kinderbetreuung
Das NRW-Schulministerium weist darauf hin, dass trotz des Streiks Schulpflicht gilt. Eltern müssen sicherstellen, dass ihre Kinder zur Schule kommen. Sollte der Weg unzumutbar sein, handelt es sich um entschuldigte Fehlzeiten.
Reaktionen der Arbeitgeber
Die kommunalen Arbeitgeber kritisieren die Streikforderungen als unrealistisch angesichts der angespannten Finanzlage vieler Verkehrsbetriebe. Eine Umsetzung der Forderungen könnte zu Einschränkungen bei Linien, Taktzeiten oder einer stärkeren Vergabe an private Anbieter führen.
Ausblick auf Tarifgespräche
Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 2. März 2026 geplant. Weitere Warnstreiks könnten folgen, nicht nur in NRW, sondern auch in anderen Bundesländern. Verdi will den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen, um langfristige Verbesserungen in der Arbeitszeit, den Ruhezeiten und den Gehältern zu erreichen.
Tipps für betroffene Fahrgäste
- Prüfen Sie alternative Verkehrsmittel wie Fahrrad oder Mitfahrgelegenheiten.
- Planen Sie zusätzliche Zeit ein, falls Sie auf Bus oder Stadtbahn angewiesen sind.
- Informieren Sie sich über aktuelle Verkehrslagen über digitale Plattformen der Verkehrsbetriebe.
Der Streik am Montag verdeutlicht die wachsende Spannung zwischen den kommunalen Arbeitgebern und den Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr. Für viele Pendler bedeutet dies einen turbulenten Start in die Woche, während die Tarifverhandlungen die Weichen für die Zukunft des Nahverkehrs in NRW stellen werden.
