Trauer um Rita Süssmuth (†88): CDU‑Vordenkerin und politische Kämpferin gestorben

rita süssmuth

Neuss/Berlin – 1. Februar 2026 – Die frühere Bundestagspräsidentin und CDU‑Politikerin Rita Süssmuth ist im Alter von 88 Jahren verstorben. Der Tod der langjährigen Parlamentarierin wurde am Sonntag vom Deutschen Bundestag bestätigt und löst in Politik und Gesellschaft breite Trauer aus.

Süssmuth gehörte zu den einflussreichsten Persönlichkeiten der deutschen Nachkriegspolitik. Als Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit und später als Präsidentin des Deutschen Bundestages prägte sie die politische Landschaft entscheidend mit.

Leben und politischer Aufstieg einer Ausnahmeerscheinung

Rita Süssmuth wurde am 17. Februar 1937 in Wuppertal geboren. Nach ihrem Studium und ihrer Habilitation arbeitete sie als Hochschulprofessorin, bevor sie 1981 in die CDU eintrat. Bereits vier Jahre später wurde sie 1985 in das Kabinett von Bundeskanzler Helmut Kohl berufen – zunächst als Bundesministerin für Jugend, Familie und Gesundheit, später auch mit Verantwortung für Frauenpolitik.

Von 1988 bis 1998 bekleidete sie das Amt der Präsidentin des Deutschen Bundestages und war damit eine der einflussreichsten Stimmen in Brüssel und Berlin. In dieser Zeit trug sie zur Konsolidierung des Parlaments nach der Wiedervereinigung bei und stärkte seine Rolle als zentrale Institution der deutschen Demokratie.

Politische Schwerpunkte und gesellschaftliche Wirkung

Rita Süssmuth war eine Vordenkerin in der Frauen‑ und Familienpolitik, die die Gleichberechtigung in Parlamenten und Gesellschaft vorantrieb. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner würdigte sie nach ihrem Tod als „eine der bedeutendsten Politikerinnen der Bundesrepublik“. Klöckner betonte ihre Leidenschaft für Bürgerrechte, ihren Einsatz gegen Ausgrenzung und ihren unermüdlichen Einsatz für gesellschaftlichen Fortschritt.

Auch Bundeskanzler Friedrich Merz erinnerte an Süssmuths langjähriges Engagement für eine offene und tolerante Gesellschaft und nannte sie „eine große Politikerin und Leitstern für unser demokratisches Gemeinwesen“.

Einsatz gegen AIDS und für Menschenrechte

Bereits in den 1980er Jahren setzte Süssmuth auf Aufklärung und Prävention im Umgang mit HIV/AIDS – zu einer Zeit, als das Thema noch stark stigmatisiert wurde. Mit ihrer klaren Haltung kämpfte sie gegen Diskriminierung und für ein menschliches Miteinander. Diese Haltung prägte ihr politisches Wirken über Jahrzehnte.

Ein Leben voller Engagement bis ins hohe Alter

Obwohl sie in den letzten Jahren gesundheitlich geschwächt war, blieb Süssmuth bis zuletzt politisch aktiv und engagiert. 2024 machte sie öffentlich bekannt, dass sie gegen eine Krebserkrankung kämpfte – ein Kampf, den sie über Jahre hinweg mit Mut und Würde führte.

Reaktionen aus Politik und Gesellschaft

Nach Bekanntwerden ihres Todes würdigten zahlreiche Politikerinnen und Politiker Süssmuths Lebenswerk. Bundespräsident Frank‑Walter Steinmeier nannte sie eine „leidenschaftliche Kämpferin für die Demokratie“. Ihre Vision von Gleichberechtigung, sozialer Teilhabe und offener Debatte werde weiterwirken.

Bleibende Bedeutung für Deutschland

Rita Süssmuth hinterlässt ein politisches Erbe, das weit über ihre Amtszeiten hinausstrahlt. Ihr Engagement für Frauenrechte, Familienpolitik und ein starkes Parlament hat die politische Kultur Deutschlands nachhaltig beeinflusst. Nach ihrem Tod bleibt die Erinnerung an eine Politikerin, die mit Mut und Herz für ihre Überzeugungen kämpfte.