Willingen – Turbulente Windbedingungen haben beim Skisprung-Weltcup in Willingen für ein dramatisches Mixed-Team-Springen gesorgt. Zum Auftakt der Olympia-Generalprobe verpasste das deutsche Team den erhofften Heimsieg nur hauchdünn und musste sich nach einem abgebrochenen Wettkampf mit Platz zwei zufriedengeben.
Abbruch nach nur einem Durchgang
An der Mühlenkopfschanze im hessischen Upland wurde der Wettbewerb stark vom Wind geprägt. Böen wechselten ständig die Richtung und machten die Bedingungen für die Athletinnen und Athleten kaum berechenbar. Nach nur einem Durchgang entschieden die Verantwortlichen, das Springen aus Sicherheitsgründen abzubrechen.
Zu diesem Zeitpunkt lag das DSV-Quartett mit lediglich 0,6 Punkten Rückstand hinter Slowenien, angeführt von Top-Springer Domen Prevc. Rang drei belegte das Team aus Japan.
DSV-Quartett hält starkem Aufwind stand
Eine Woche vor der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele in Norditalien präsentierten sich die deutschen Springerinnen und Springer insgesamt stabil. Philipp Raimund (121,0 Meter), Selina Freitag (132,0), Agnes Reisch (112,0) und Karl Geiger (125,0) kamen mit den schwierigen Bedingungen besser zurecht als viele andere Teams.
Besonders Raimund war gefordert: Vor seinem Sprung musste er rund 15 Minuten warten – eine echte Geduldsprobe. Trotz Platz zwei zeigte er sich selbstkritisch. Sein Fazit: Der Sprung sei nicht fehlerfrei gewesen, entsprechend groß die Enttäuschung über den knapp verpassten Sieg.
Karl Geiger überzeugt – Reisch erhält Vertrauen
Bundestrainer Stefan Horngacher setzte neben Raimund auf Karl Geiger, der nicht für Olympia nominiert ist, zuletzt aber mit guter Form auf sich aufmerksam machte. Bei den Frauen bekam Agnes Reisch den Vorzug vor Rekord-Weltmeisterin Katharina Schmid, die in Willingen ein letztes Mal in ihrer Karriere an den Start ging.
Für das deutsche Team war es das zweite und zugleich letzte Mixed-Team-Springen des Weltcup-Winters. Zum Saisonauftakt hatte das Quartett in identischer Besetzung noch Rang vier belegt.
Olympia rückt näher
Das Mixed-Team-Springen gehört in Norditalien bereits zum zweiten Mal zum olympischen Programm. Bei der Premiere 2022 in Peking blieb Deutschland mit Platz neun deutlich hinter den Erwartungen zurück. Das starke Ergebnis von Willingen nährt nun die Hoffnung auf ein besseres Abschneiden bei den kommenden Winterspielen.
Trotz des verpassten Heimsiegs sorgten die vielen Fans beim traditionellen „Party-Weltcup“ für ausgelassene Stimmung. Am Samstag und Sonntag stehen in Willingen die Einzelwettkämpfe der Männer und Frauen auf dem Programm – erneut unter besonderer Beobachtung im Hinblick auf Olympia.
