Trump will neuen Fed-Chef früher bekanntgeben – Kevin Warsh oder Christopher Waller im Rennen

kevin warsh

Washington D.C. – 30. Januar 2026 – US-Präsident Donald Trump plant, seinen Favoriten für den Vorsitz der Federal Reserve (Fed) bereits am Freitagmorgen bekanntzugeben – früher als zunächst angekündigt. Die Entscheidung gilt als einer der wichtigsten Personalentscheide der laufenden US-Wirtschaftspolitik und könnte die Richtung der amerikanischen Geldpolitik in den kommenden Jahren maßgeblich beeinflussen.

Trump kündigt frühere Nominierung an

Nach monatelanger Spekulation erklärte Trump bei einer Veranstaltung in Washington, dass er seinen Kandidaten für den Posten des nächsten Fed-Chefs „morgen früh“ nominieren werde. Zuvor hatte er angekündigt, den Kandidaten erst kommende Woche vorzustellen, doch offenbar beschleunigt der Präsident den Prozess. Trump betonte, er habe „jemanden sehr Guten“ ausgewählt.

Die offizielle Nominierung muss anschließend vom US-Senat bestätigt werden. Dort zeichnen sich jedoch mögliche politische Hürden ab – insbesondere der Republikaner Thom Tillis hat angekündigt, Bestätigungen zu blockieren, bis strafrechtliche Ermittlungen gegen den amtierenden Vorsitzenden Jerome Powell abgeschlossen sind.

Jerome Powell verliert Unterstützung

Jerome Powell ist seit 2018 Fed-Chef und steht nach wie vor im Amt, dessen reguläre Amtszeit im Mai 2026 ausläuft. Trump hatte Powell bereits wiederholt scharf kritisiert, weil dieser seiner Meinung nach die Zinsen nicht tief genug gesenkt habe. Powell weist die Vorwürfe von sich und betont die weitgehende Unabhängigkeit der Zentralbank gegenüber politischer Einflussnahme.

In jüngster Zeit hat Trump sogar behauptet, Powell habe vor dem Senat falsche Aussagen gemacht – ein Vorwurf, der von Beobachtern als politisch motiviert gewertet wird und zusätzlich für Spannungen zwischen Regierung und Notenbank sorgt.

Wer sind Trumps Favoriten?

Mehrere Kandidaten stehen laut amerikanischen Medienberichten auf Trumps engstem Auswahlzettel. An der Spitze der Spekulationen stehen vor allem:

Kevin Warsh – Der Favorit

Der ehemalige Fed-Gouverneur Kevin Warsh gilt als aktuell wahrscheinlichster Kandidat. Warsh war von 2006 bis 2011 Mitglied des Fed-Rates und spielte unter anderem eine Rolle während der Finanzkrise 2008. In den Prognosemärkten und bei Finanzkreisen wird seine Nominierung inzwischen deutlich wahrscheinlicher eingeschätzt als die seiner Konkurrenten.

Warsh hat sich in der Vergangenheit als marktorientierter Ökonom gezeigt und könnte nach Einschätzung vieler Beobachter für eine stabilitätsorientierte Geldpolitik stehen, was teilweise auf breitere Zustimmung an den Finanzmärkten trifft.

Christopher Waller – Der Insider

Ein weiterer ernstzunehmender Kandidat ist Christopher Waller, der derzeit ebenfalls als Gouverneur im Fed-Board sitzt. Waller wurde bereits unter Trumps früherer Präsidentschaft ernannt und ist bekannt für seine langjährige Forschung zur Geldpolitik und makroökonomischen Stabilität. Seine enge Kenntnis der Institution könnte ihn für viele Beobachter attraktiv machen.

Waller war bereits zuvor als möglicher Fed-Chef gehandelt worden und gilt als einer der wenigen internen Anwärter, die sowohl regulatorische Erfahrung als auch klare geldpolitische Expertise mitbringen.

Weitere Kandidaten

Weitere mögliche Anwärter auf den Fed-Vorsitz, die in Washington gehandelt werden, sind:

  • Rick Rieder, Investmentchef des Vermögensverwalters BlackRock
  • Kevin Hassett, Direktor des National Economic Council im Weißen Haus

Während Rieder als Vertreter eines pragmatischen marktnahen Ansatzes gilt, wird Hassett vor allem als wirtschaftspolitischer Insider wahrgenommen. Beide allerdings gelten derzeit in den Märkten als etwas weniger wahrscheinlich als Warsh oder Waller.

Senat als kritische Prüfungsinstanz

Selbst nach Trumps Nominierung beginnt der entscheidende Prozess im US-Senat. Der Finanzausschuss muss die Nominierung prüfen, bevor sie im vollen Plenum abgestimmt werden kann. Angesichts der politischen Spannungen und der laufenden Untersuchungen gegen Powell könnte dieser Schritt kompliziert werden.

Besonders Republikaner wie Thom Tillis haben angekündigt, Nominierungen zu blockieren, bis die Ermittlungen gegen Powell abgeschlossen sind, was den Zeitplan weiter verzögern könnte.

Bedeutung für Märkte und Geldpolitik

Die Entscheidung über die Leitung der Federal Reserve hat weitreichende Bedeutung für die globale Finanzwelt. Die Fed steuert die Geldpolitik der Weltwirtschaftsmacht Nummer 1, insbesondere über Entscheidungen über Leitzinsen und Inflationsbekämpfung.

Ein neuer Vorsitzender, der den geldpolitischen Kurs der letzten Jahre fortsetzt oder verändert, könnte die Richtung der Zinsentwicklung, die Stabilität der US-Wirtschaft und sogar den Kurs des US-Dollars beeinflussen.

Viel Aufmerksamkeit gilt daher auch den Finanzmärkten: Schon im Vorfeld schwanken Aktien, Anleihen und der Dollar, je nachdem, wie sich die Erwartungen über den künftigen Fed-Chef entwickeln.

Ausblick

Trump wird aller Voraussicht nach in den kommenden Stunden oder Tagen seinen Kandidaten offiziell vorstellen. Die finalen Finanzmarktreaktionen sowie der politische Streit im Senat dürften das Thema noch länger begleiten – nicht nur in Washington, sondern rund um den Globus.

Die Entscheidung wird auch zeigen, wie sehr die Fed unter politischem Druck steht und welchen Einfluss der Präsident auf die Geldpolitik in den kommenden Jahren ausüben kann.