Washington / Minneapolis – Die tödlichen Schüsse von ICE-Beamten in Minneapolis haben die USA erschüttert. Im Mittelpunkt der Debatte steht Gregory Bovino, Commander-at-Large der U.S. Border Patrol. Der 57-Jährige, der direkt dem Heimatschutzministerium unterstellt ist, wurde zum Symbol für Trumps harte Linie gegen illegale Einwanderung. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom bezeichnete ihn bereits als „Gestapo Greg“.
Eskalation bei ICE-Razzien
Bovino ist bekannt für seine martialische Inszenierung bei Razzien. Beobachter vergleichen sein Auftreten in schwerer Schutzausrüstung und langem Mantel mit Ästhetik aus der Zeit des Nationalsozialismus. Social-Media-Videos zeigen seine Teams bei Einsätzen, inszeniert wie Actionfilme und unterlegt mit Heavy-Metal-Musik. Kritiker werfen ihm vor, gezielt Angst zu verbreiten und demokratische Normen zu untergraben.
Todesfälle in Minneapolis
Die Spannungen eskalierten nach den tödlichen Schüssen auf Renée Good (†37) und Alex Pretti (†37). Videoaufnahmen lassen Zweifel an den Behauptungen der Beamten aufkommen, sie hätten in Notwehr gehandelt. Proteste und öffentliche Empörung wuchsen, während Bovino weiterhin das Vorgehen seiner Einheiten verteidigte und Drohungen gegen Kritiker aussprach.
Vorwürfe und fehlende Konsequenzen
Bereits bei Einsätzen in Chicago hatte Bovino für Kritik gesorgt: Tränengasgranaten wurden ohne Warnung in Menschenmengen gefeuert. Trotz gegenteiliger Aussagen vor Gericht musste er bislang keine Konsequenzen befürchten. Viele Beobachter sprechen von einem „Freifahrtschein“ durch die Regierung.
„Wer ICE ‚Gestapo‘ nennt oder von ‚Kidnapping‘ spricht, muss mit Konsequenzen rechnen“, erklärte Bovino in einem Interview. Seine harte Linie wird von Teilen der Regierung gedeckt, während Demokraten eine unabhängige Untersuchung fordern.
Politische Reaktionen
Die tödlichen Schüsse in Minneapolis zwangen Präsident Trump, eine Untersuchung der Vorfälle anzukündigen. Ex-Präsidenten Obama und Clinton hatten ebenfalls auf Transparenz gedrängt. Die Untersuchung soll klären, ob das Handeln der ICE-Beamten rechtmäßig war.
Bovino selbst zeigte sich unbeeindruckt. Er verteidigt sein Vorgehen weiterhin als „richtig gute Arbeit“ und betont, dass sein Vorgehen im Sinne der Sicherheit der USA sei.
Karriere und Hintergrund
Gregory K. Bovino begann seine Laufbahn in den 1990er Jahren bei der U.S. Border Patrol. Er wuchs in North Carolina auf und durchlief zahlreiche operative und führende Positionen entlang der Südgrenze der USA, unter anderem in Kalifornien und Texas. Sein Urgroßvater war italienischer Einwanderer.
Die Kontroverse um „Gestapo Greg“ spaltet die USA: Befürworter sehen in ihm einen konsequenten Grenzschützer, Kritiker einen Symbolträger für übermäßige Gewalt und autoritäre Tendenzen.
