München, 23. Januar 2026 – Große Nacht für den deutschen Film: Fatih Akins Kriegdrama Amrum wurde am Freitagabend beim 47. Bayerischen Filmpreis in Münchens Prinzregententheater als „Bester Film“ ausgezeichnet. Der Regisseur, 52, konnte sich in der wichtigsten Kategorie gegen die Mitbewerber Heroine und 22 Lanes durchsetzen.
Ein bewegendes Filmprojekt
Amrum erzählt eine tief persönliche Geschichte: Die Handlung basiert auf den Kindheitserinnerungen von Hark Bohm, der im November 2025 verstorben ist und auch am Drehbuch mitarbeitete. Im Mittelpunkt steht der zwölfjährige Nanning, gespielt von Nachwuchstalent Jasper Billerbeck. Auf der Nordseeinsel Amrum, in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs, versucht Nanning, den größten Wunsch seiner depressiven Mutter zu erfüllen: ein einfaches Stück Weißbrot mit Butter und Honig.
Die Jury hob die emotionale Kraft des Films hervor: „Obwohl Bomben fallen und die Menschenwürde bedroht ist, ist Amrum ein leiser, zurückhaltender Film. Fatih Akin gelingt es, ein ästhetisch und thematisch reiches Werk zu schaffen, das zugleich eine Brücke zur Gegenwart schlägt – einer Gegenwart, in der Flucht und Vertreibung erneut Schrecken verbreiten.“
Fatih Akin: Neue Facette eines Starregisseurs
Für Fatih Akin, bekannt durch Werke wie Gegen die Wand oder Der goldene Handschuh, zeigt Amrum eine neue Seite seines Schaffens. Akin übernahm das Projekt von seinem Mentor Hark Bohm, als dieser aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr Regie führen konnte. Bohm starb nur drei Monate nach Veröffentlichung des Films.
Weitere Preisträger des Abends
Neben dem Hauptpreis, der mit 100.000 Euro dotiert ist, wurden weitere herausragende Leistungen geehrt:
- Lebenswerkpreis: Florian David Fitz, 51, sichtbar bewegt bei der Ehrung durch Ministerpräsident Markus Söder.
- Beste Schauspielerin: Leonie Benesch für Heroine.
- Bester Schauspieler: Rainer Bock für Karla.
- Erfolgreichster Film: Michael „Bully“ Herbig für Das Kanu des Manitou – Teil 2.
- Bester Nachwuchsregisseur: Michael Kofler für sein Debüt Second Country.
Fazit
Mit Amrum zeigt Fatih Akin eindrucksvoll, wie historische Themen in modernen Kontexten relevant und berührend umgesetzt werden können. Der Film kombiniert persönliche Geschichten, gesellschaftliche Relevanz und künstlerische Ästhetik und sichert sich so einen verdienten Platz als bester Film des Abends.
Der Bayerische Filmpreis 2026 bestätigt damit erneut die Stärke des deutschen Kinos und würdigt sowohl erfahrene Künstler als auch aufstrebende Talente.
