Bombenzyklon stoppt Kältewelle: Warum Deutschland vorerst von extremer Kälte verschont bleibt

Bombenzyklon

Ein mächtiger Bombenzyklon über dem Atlantik sorgt aktuell für eine überraschende Wendung beim Winterwetter in Deutschland. Die ursprünglich erwartete massive Kältewelle aus Osteuropa verzögert sich – doch winterlich bleibt es trotzdem. Schnee ist bereits für das kommende Wochenende angekündigt.

🌪️ Explosive Tiefdruckentwicklung über dem Atlantik

In der Biskaya entwickelt sich zwischen Donnerstag und Freitag ein außergewöhnlich starkes Tiefdruckgebiet. Meteorologen sprechen von einer sogenannten Bombogenese. Dabei fällt der Luftdruck innerhalb von 24 Stunden extrem stark – in diesem Fall um bis zu 40 Hektopascal.

Diese rasche Intensivierung führt zu:

  • schweren Sturmböen
  • hohem Wellengang
  • Sturmfluten an den Küsten von Frankreich und Großbritannien

Deutschland liegt zwar nicht im Zentrum dieses Sturms, wird aber indirekt stark beeinflusst.

🧊 Warum die Kältewelle ausbleibt

Eigentlich galt eine sibirische Kältewelle für Mitteleuropa als sehr wahrscheinlich. Doch die aktuelle Großwetterlage hat sich geändert:

  • Ein starkes Hochdruckgebiet über Skandinavien
  • Ein weiteres Hoch über Russland
  • sowie eine Blockade des Polarjetstreams

verhindern das direkte Vordringen der extrem kalten Luft nach Deutschland.

Stattdessen lenkt der Jetstream die Energie nach Süden und begünstigt die Bildung kräftiger Tiefdrucksysteme über dem Atlantik und dem Mittelmeerraum. Diese Tiefs wirken wie eine Barriere, die die Kälte aus dem Osten auf Abstand hält.

🌡️ Temperaturen: Kühl, aber nicht extrem

Die Folge:
Deutschland bleibt vorerst von zweistelligen Minusgraden verschont.

  • Ostdeutschland bleibt deutlich kälter als der Westen
  • Dauerfrost ist regional möglich
  • Extreme Temperaturen wie in Russland (bis −30 °C) sind jedoch nicht zu erwarten

Meteorologen sprechen von einer Übergangsphase, in der sich das Wetter neu sortiert.

❄️ Schnee kommt trotzdem – aus dem Süden

Auch wenn die große Kälte ausbleibt, bedeutet das keine Wetterberuhigung. Hinter dem Bombenzyklon strömt kalte Luft aus Richtung Grönland nach Süden. Diese erreicht zunächst Spanien, Portugal und Italien.

Dort sinkt die Schneefallgrenze teils auf 600 Meter. Anschließend dreht die Strömung nach Norden – und bringt feuchte Luft über die Alpen nach Deutschland.

👉 Ab dem Wochenende ist mit Schneefall zu rechnen, besonders:

  • im Süden
  • in der Mitte Deutschlands
  • in höheren Lagen auch kräftiger

Der Deutsche Wetterdienst rechnet aktuell mit 5 bis 10 Zentimetern Neuschnee, lokal eventuell mehr.

⚠️ Große Unsicherheit bei der Prognose

Wie viel Schnee tatsächlich fällt und wo genau, hängt stark von der weiteren Entwicklung des Bombenzyklons ab:

  • Wie stark wird das Tief wirklich?
  • Zieht es eher nördlich oder südlich durch die Biskaya?
  • Wie schnell verliert es an Kraft?

Diese Faktoren entscheiden nicht nur über das Wochenende, sondern auch über das Wetter in der kommenden Woche. Eine neue Kältephase bleibt weiterhin möglich, falls die Tiefdrucksysteme an Einfluss verlieren.

🌬️ Was ist Bombogenese?

Ein kurzer Überblick:

  • Bombogenese (auch explosive Zyklogenese) liegt vor,
    wenn der Luftdruck eines Tiefs um mindestens 24 hPa in 24 Stunden fällt.
  • Solche Tiefs entwickeln sich extrem schnell
  • Sie bringen Stürme, Starkregen, Schnee oder Orkanböen

Zum Vergleich:
Ein normales Tief vertieft sich meist nur um etwa 10 hPa pro Tag.

🔮 Ausblick: Winter bleibt, Kälte kommt später?

Zusammengefasst:

  • Die extreme Kälte wird vorerst gebremst
  • Winterliche Bedingungen bleiben bestehen
  • Schnee ist sehr wahrscheinlich
  • Eine neue Kältewelle ist nicht ausgeschlossen, aber noch offen

Klarheit wird es erst geben, wenn sich das Tiefdrucksystem bis Freitag vollständig entwickelt hat.

🏁 Fazit

Der Bombenzyklon über dem Atlantik sorgt für eine Atempause bei der Kälte, bringt aber zugleich neues winterliches Wetter nach Deutschland. Schnee, Frost und unbeständige Tage stehen bevor – der Winter bleibt also präsent, nur weniger extrem als zunächst befürchtet.