Lugano, 9. Januar 2026 – Während eines Vorbereitungsspiels gegen Viktoria Pilsen sorgte Kevin Behrens, Stürmer des FC Lugano, für einen schweren Vorfall: Der 34-jährige Deutsche attackierte mitten im Spiel seinen griechischen Teamkollegen Georgios Koutsias, stieß ihn zu Boden und beleidigte ihn massiv. Der FC Lugano verurteilte die Szene umgehend und kündigte interne Aufarbeitung sowie mögliche disziplinarische Konsequenzen an.
Der Vorfall ereignete sich am Freitagvormittag (9. Januar 2026) im Rahmen des Trainingslagers in Spanien. Im Livestream des Testspiels (Endstand 2:4 für Pilsen) war zu sehen, wie Behrens plötzlich den Lauf abbrach, auf Koutsias zulief, ihn umstieß und lautstark als „kleine Missgeburt“ beschimpfte. Anschließend signalisierte Behrens sofort den Wunsch, ausgewechselt zu werden. Koutsias blieb sichtlich geschockt zurück. Der Vorfall hatte auf dem Platz keine unmittelbaren Konsequenzen durch den Schiedsrichter.
Der FC Lugano reagierte noch am selben Tag mit einer offiziellen Stellungnahme: „Der FC Lugano verurteilt den Vorfall während des Freundschaftsspiels gegen den FC Viktoria Pilsen, an dem Kevin Behrens und Georgios Koutsias beteiligt waren, sowie die damit verbundenen Ereignisse in aller Deutlichkeit“, heißt es darin. Der Verein betonte, die Angelegenheit werde intern aufgearbeitet und geregelt. „Der Klub wird prüfen, welche disziplinarischen Maßnahmen gegenüber den beiden involvierten Spielern zu ergreifen sind.“ Bislang gibt es keine Angaben zu konkreten Sanktionen oder einer Sperre.
Sportlicher und vertraglicher Kontext
Kevin Behrens wechselte im Sommer 2025 ablösefrei vom VfL Wolfsburg in die Schweizer Super League und unterschrieb beim FC Lugano einen Zweijahresvertrag bis zum 30. Juni 2027. Der ehemalige Bundesligaprofi (106 Einsätze, 16 Tore für Union Berlin und Wolfsburg) und Ex-Nationalspieler (ein Länderspiel im Oktober 2023) sollte mit seiner Erfahrung, Körperlichkeit und Abschlussstärke die Offensive der Tessiner verstärken. Sportchef Sebastian Pelzer hatte den Transfer damals als „wichtige Ergänzung charakterlich und technisch“ bezeichnet. Seitdem ist Behrens fester Bestandteil des Kaders, stand in der laufenden Saison regelmäßig im Aufgebot.
Der Eklat ist nicht der erste negative Vorfall in Behrens’ Karriere. Bereits im Herbst 2024 hatte er bei Wolfsburg für Aufsehen gesorgt, als er sich weigerte, ein Regenbogen-Trikot zu unterschreiben und homophobe Äußerungen tätigte – ein Verhalten, das zu einer Geldstrafe und öffentlicher Kritik führte. Der FC Lugano hatte bei der Verpflichtung explizit betont, Behrens habe versichert, die Werte des Klubs bezüglich Inklusion und Respekt zu respektieren.
Auswirkungen auf Verein und Spieler
Der Vorfall belastet das Teamklima beim FC Lugano unmittelbar vor dem Rückrundenstart der Super League. Für den 34-Jährigen könnte die Attacke auf einen Teamkollegen – noch dazu vor laufender Kamera – sportliche und finanzielle Konsequenzen haben, darunter eine Sperre, Geldstrafe oder sogar eine vorzeitige Vertragsauflösung. Der Verein steht nun vor der Herausforderung, den Vorfall intern zu klären, ohne dass die Vorbereitung auf die entscheidende Saisonphase zu stark leidet. Behrens selbst hat sich bislang nicht öffentlich geäußert.
Ausblick
Die internen Untersuchungen laufen. Eine Entscheidung über disziplinarische Maßnahmen wird in den kommenden Tagen erwartet. Bis dahin bleibt offen, ob und wie Behrens weiter im Kader des FC Lugano eingesetzt wird.
