Deutschland im Griff anhaltender Winterextreme: Starkschneefall, Schneeverwehungen und verbreiteter Frost

Überblick über die aktuelle Wettersituation in Deutschland

Überblick über die aktuelle Wetterlage in Deutschland

Am 10. Januar 2026 hält Deutschland ein klassisches Winterwetter-Szenario in Atem, das durch das Sturmtief „Elli“ gesteuert wird. Nach den intensiven Niederschlägen am 9. Januar herrschen weiterhin gefährliche Bedingungen: Schneefälle, starke Winde mit Schneeverwehungen (vor allem im Norden und Osten), verbreiteter Dauerfrost und Glätte auf fast allen Straßen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat zahlreiche Warnungen aktiv, darunter Unwetterwarnungen vor schwerem Schneefall in den südlichen Mittelgebirgen sowie vor markanten bis unwetterartigen Schneeverwehungen im Norden und Nordosten. Verkehrsteilnehmer müssen mit massiven Behinderungen rechnen – die Deutsche Bahn meldet zahlreiche Verspätungen und Zugausfälle.

1. Am stärksten betroffene Regionen (nach Schwere und Auswirkungen sortiert)

  1. Südliche Mittelgebirge (insbesondere Schwarzwald und Oberallgäu) – Höchste Priorität aufgrund DWD-Unwetterwarnung vor schwerem Schneefall mit 10–20 cm, lokal über 30 cm Neuschnee in Staulagen, dazu orkanartige Böen in Höhenlagen; Warnungen bis Sonntagabend aktiv.
  2. Norden und Nordosten (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, nördliches Niedersachsen, Berlin/Brandenburg) – Starke bis unwetterartige Schneeverwehungen durch stürmischen Ostwind, verbreiteter Dauerfrost mit Tiefstwerten bis -12 °C und darunter; mehrere DWD-Warnstufen, erhebliche Verkehrsbehinderungen.
  3. Westliche und zentrale Mittelgebirge (Eifel, Hunsrück, Rothaargebirge) – Kräftiger Schneefall mit 10–15 cm Neuschnee, Übergangsrisiken und anhaltende Glättegefahr; DWD-Warnungen vor markanter Glätte und Rest-Schneefall.

Wetterübersichtstabelle

Region / OrtAktuelle TemperaturAktuelle Wetterlage3-Tage-Prognose (Höchst-/Tiefstwerte)Aktive Warnungen / Gefahren
Schwarzwald / Schwarzwald-2 °C bis +2 °CSchwerer Schneefall, starke Winde in HöhenSa: 0 °C / -5 °C; So: -2 °C / -8 °C; Mo: +1 °C / -4 °CUnwetter Schneefall 10–30+ cm, orkanartige Böen, Glätte
Oberallgäu / Südliche Alpenvorland0 °C bis -3 °CIntensiver Schneefall in StaulagenSa: -1 °C / -6 °C; So: -3 °C / -9 °C; Mo: 0 °C / -5 °CSchwerer Schneefall 10–30+ cm bis Sonntagabend, Frost/Glätte
Schleswig-Holstein / Norden-5 °C bis 0 °CSchneeschauer, Schneeverwehungen, starker WindSa: -4 °C / -10 °C; So: -5 °C / -12 °C; Mo: -3 °C / -8 °CMarkante Schneeverwehungen, Dauerfrost, Glätte (Unwetterpotenzial)
Mecklenburg-Vorpommern / Nordosten-7 °C bis -2 °CSchneeverwehungen, anhaltender FrostSa: -6 °C / -11 °C; So: -7 °C / -13 °C; Mo: -4 °C / -9 °CUnwetterartige Schneeverwehungen, strenger Frost, Verkehrsgefahr
Berlin / Brandenburg-3 °C bis -1 °CLeichter Rest-Schneefall, FrostSa: -2 °C / -8 °C; So: -3 °C / -10 °C; Mo: -1 °C / -6 °CGlätte, Restverwehungen, Dauerfrost
Eifel / Rothaargebirge-1 °C bis +1 °CKräftiger Schneefall, GlätteSa: 0 °C / -5 °C; So: -1 °C / -7 °C; Mo: +2 °C / -3 °CMarkante Glätte, 10–15 cm Neuschnee, Frost

Detaillierte regionale Wetterberichte

Südliche Mittelgebirge (Schwarzwald und Oberallgäu)

  • Der Schwarzwald und das Oberallgäu sind aktuell am stärksten betroffen. Der DWD hat eine Unwetterwarnung vor kräftigem bis schwerem Schneefall herausgegeben. Es fallen 10–20 cm Neuschnee, in Staulagen teils deutlich über 30 cm. In Höhenlagen über 1000 m treten orkanartige Böen auf (bis Bft 10–11), was Lawinengefahr und umstürzende Bäume begünstigt.
    Meteorologisch entsteht die Situation durch den Zusammenprall milder atlantischer Luft mit tief eingeflossener polarer Kaltluft, was zu langanhaltenden Schneebändern führt. Straßen sind extrem glatt, mehrere Passstraßen sind gesperrt; die Behörden raten dringend von nicht notwendigen Fahrten ab.
    Im Verlauf der Nacht zum Samstag lässt der Schneefall allmählich nach und zieht sich bis Sonntag Richtung Alpen zurück. Der Frost vertieft sich jedoch weiter (Tiefstwerte bis -8 °C und darunter), sodass die Glättegefahr bis Montag hoch bleibt. Ab Montag ist in tieferen Lagen teilweise Auflockerung möglich, die Temperaturen bleiben aber meist im Minusbereich.

Norden und Nordosten (Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, nördliches Niedersachsen)

  • Hier dominieren markante bis lokal unwetterartige Schneeverwehungen durch stürmischen bis stürmischen Ostwind. Schneeschauer halten an und bauen auf den bereits gefallenen Schnee auf. Die Sicht ist stark eingeschränkt, Straßen und Wege sind massiv verweht. Der Dauerfrost ist sehr ausgeprägt, die Temperaturen liegen zwischen -5 °C und 0 °C tagsüber und sinken nachts deutlich ab.
    Ursache ist die Advektion polarer Kaltluft auf der Nordflanke von Tief „Elli“, die einen scharfen Temperaturgegensatz und damit windgetriebenen Schneetransport erzeugt. Der Verkehr ist stark beeinträchtigt – Bahnverspätungen, Straßensperrungen und zahlreiche Unfälle sind gemeldet. ADAC und Polizei raten, Fahrten möglichst zu vermeiden.
    Am Wochenende lässt die Schneefallintensität langsam nach, Verwehungen halten jedoch bis Sonntag an. Strenger Frost mit Tiefstwerten zwischen -10 °C und -12 °C ist zu erwarten. Erst ab Montag kann es an der Küste leicht milder werden, während im Landesinneren der Dauerfrost weiter anhält.

Westliche und zentrale Mittelgebirge (Eifel, Hunsrück, Rothaargebirge)

  • Diese Regionen kämpfen mit kräftigem Schneefall aus dem aktuellen Tiefdruckgebiet. Es fallen 10–15 cm Neuschnee in den Höhenlagen. Der DWD warnt vor markanter Glätte, da sich der Schnee auf bereits kalten Oberflächen ablagert. Der Wind verstärkt die Gefahrenlage, wenngleich nicht so extrem wie im Norden oder Süden.
    Meteorologisch entsteht der Schneefall durch die Rotation des Tiefs, das Feuchtigkeit in die Mittelgebirge transportiert, wo die Kaltluft den Niederschlag als Schnee konserviert. Im Alltag sorgen glatte Straßen, mögliche Schulschließungen und Probleme im ÖPNV für Beeinträchtigungen; vereinzelt werden Stromausfälle durch umgestürzte Leitungen gemeldet.
    Der Niederschlag lässt in der Nacht zum Samstag nach, am Sonntag sind nur noch leichte Schauer möglich. Der Frost vertieft sich (Tiefstwerte -5 °C bis -7 °C), am Montag setzt in tieferen Lagen eine leichte Milderung ein – dabei besteht aber die Gefahr von überfrierendem Regen, wenn wärmere Luft von Westen herankommt.

Ausblick für die kommenden Tage

Samstag (10.–11. Januar): Anhaltender, aber nachlassender Schneefall im Süden, Rest-Schauer und Verwehungen im Norden, weiterhin Dauerfrost und hohe Glättegefahr.

Sonntag–Montag: Teilweise Auflockerung, letzte Flocken an den Alpen, verbreitet strenger Frost (Tiefstwerte -8 °C bis -12 °C lokal). Ab Montag setzt von Westen her eine Milderung ein – mit Regen und teils überfrierendem Regen im Südwesten (Glatteisgefahr), während der Osten noch kalt und winterlich bleibt. Insgesamt lässt das Winterwetter allmählich nach, Gefahren bleiben jedoch bis Mitte der Woche bestehen.

Quellen

  • Deutscher Wetterdienst (DWD): Aktuelle Warnungen, Vorhersage aktuell, Wochenvorhersage (dwd.de, wettergefahren.de)
  • wetterprognose-wettervorhersage.de: Detaillierte Analysen zu Januar 2026 und Sturmtief „Elli“
  • tagesschau.de und ADAC: Echtzeit-Informationen zu Auswirkungen und Verkehr
  • wetter.com: Regionale Vorhersagen und Berichterstattung zu Tief „Elli“